CO2-Emissionshandel treibt die Strompreise weiter nach oben
(Essen) Die Absicht der Bundesregierung, die Stromversorger beim Emissionshandel zu mehr Klimaschutz zu zwingen und die mit überhöhten Strompreisen kämpfende Industrie kräftig zu entlasten, ist gut. Allerdings sind die vorliegenden Pläne dazu wenig geeignet, warnt der VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft nachdrücklich. Ein im Rahmen des Nationalen Allokationsplans (NAP II) zukünftig erhöhter CO2-Minderungsfaktor bei den Versorgungsunternehmen würde die Strompreise noch weiter als bisher nach oben treiben. Nur wenn es der Politik gelingt, die Einpreisung der CO2-Zertifikate auf die tatsächlichen Kostenbelastungen durch realen Zukauf dieser Zertifikate oder durch Effizienzsteigerungen zu begrenzen, wäre der überzogene weitere Strompreisauftrieb zu stoppen.
Nach einem Ende der Einpreisung sieht es im Moment aber nicht aus. Zukünftig sollen Stromunternehmen ihren CO2-Ausstoß wesentlich stärker reduzieren als die übrigen am Emissionshandel beteiligten Branchen. 15 Prozent CO2-Minderung bei Stromunternehmen stehen 1,25 Prozent bei den anderen Handelsteilnehmern gegenüber.
Dr. Alfred Richmann, Geschäftsführer des VIK, dazu: Die Strompreise für alle Kunden werden weiter steigen genauso wie die ungerechtfertigten Mrd. Euro-Zusatzgewinne der Stromunternehmen, sollte der jetzt diskutierte Plan des Bundesumweltministeriums zum Emissionshandel umgesetzt werden. Nur das Ende der Einpreisung der zu 85 Prozent kostenlos zugeteilten Emissionsrechte kann den Preisanstieg verhindern.
Der Mechanismus des Strompreisaufschlags ist denkbar einfach: Ein erhöhter CO2-Minderungsfaktor wird die Nachfrage nach Emissionsrechten steigern, damit auch deren Preis. Dieser Preis wiederum wird eins zu eins über die Strompreise an alle Kunden weitergegeben. Nicht nur für die diskutierten 15 Prozent, sondern auch für die 85 Prozent kostenloser Zertifikate. Dies geschieht solange, wie auf dem Strommarkt marktbeherrschende Unternehmen arbeiten. So ergibt sich der Strompreis anhand der am teuersten produzierten Kilowattstunde Strom. Etwa aus einem neuen Gaskraftwerk, für das CO2-Zertifikate zugekauft werden müssen. Dass der überwiegende Teil des produzierten Stroms gar nicht vom Zertifikatspreis beeinflusst ist, interessiert die Anbieter nicht. Denn die Kunden haben keine Ausweichmöglichkeit jedenfalls nicht, ohne den Standort zu verlassen
Quelle und Kontaktadresse:
VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V.
Roland Schmied, Pressesprecher
Richard-Wagner-Str. 41, 45128 Essen
Telefon: (0201) 810840, Telefax: (0201) 8108430
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