Danke, jetzt reicht´s: BWV verabschiedet Resolution und fordert schnelle und unbürokratische Hilfen für die heimische Landwirtschaft
(Mainz) - Anlässlich der ruinösen Preissituation für landwirtschaftliche Produkte verabschiedete der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e. V. im Rahmen seiner Vorstandssitzung am 9. Juni 2009 einstimmig eine Resolution und forderte schnellstmöglich ein wirksames Konjunkturpaket für die heimische Landwirtschaft.
Der BWV verwies dabei auf die niedrigen Erzeugerpreise, die inzwischen alle landwirtschaftlichen Produktbereiche von Salaten über Gemüse, Obst, Milch, Getreide bis hin zu Fleisch erreicht und in vielen Betrieben massive Liquiditätsprobleme hervorgerufen hat. Dieser Situation müsse endlich gegengesteuert werden, forderte der BWV. Es sei daher unbedingt erforderlich, die Märkte zu entlasten und Liquidität in die Betriebe zurückzuführen. Gleichzeitig wies der BWV darauf hin, dass die heimischen Landwirte nicht nur gesunde Nahrungsmittel auf der Basis höchster Standards erzeugen, sondern darüber hinaus vielfältige Leistungen zur Erhaltung der Kulturlandschaft und des Naturschutzes für die Gesellschaft erbringen. Der Vorstand des BWV forderte daher Politik, Handelsketten und Verarbeiter auf, endlich zu handeln. Es müsse ein eigenes Konjunkturpaket "Landwirtschaft" geben, war sich der Vorstand des BWV einig.
Außer einer frühzeitigen und unbürokratischen Auszahlung der Direktzahlungen sei es notwendig, die zugesagten Betriebsmittelkredite und Liquiditätshilfen schnellstmöglich umzusetzen. Neben der Forderung, die landwirtschaftlichen Märkte mit geeigneten Maßnahmen zu beleben, sei es unbedingt erforderlich, dass Ersatzprodukte wie z. B. Analogkäse, in Zukunft deutlich gekennzeichnet werden müssen. Gleichzeitig forderte der BWV die Industrie auf, die Verwendung solcher Ersatzprodukte zu unterlassen. Dies sei nicht nur ruinös für die Landwirte, sondern Betrug am Verbraucher, so der BWV.
Gleichzeitig müsse es sowohl bei den Molkereien als auch in der Vermarktung von Obst und Gemüse strukturelle Anpassungen geben. Nur auf diese Weise sei es möglich, mit dem Lebensmitteleinzelhandel auf Augenhöhe zu verhandeln. Die aktuelle Preispolitik des Lebensmitteleinzelhandels sei ruinös für die heimischen Landwirte, war sich der BWV-Vorstand einig.
Des Weiteren forderten die Vertreter des BWV eine Intensivierung der betriebswirtschaftlichen und produktionstechnischen Beratung, so dass die landwirtschaftlichen Betriebe sich zukunftsorientiert und wettbewerbsfähig ausrichten können.
Auch im Bereich der Biokraftstoffe sei es unbedingt notwendig, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Da viele dezentrale Ölmühlen seit der Einführung der Besteuerung von Pflanzenkraftstoffen und der Diskussion um die Absenkung der Beimischungsquote in Liquiditätsprobleme geraten seien, müsse endlich gehandelt werden. Der BWV forderte daher, die vorgesehene Absenkung der Beimischungsquote von Biotreibstoffen umgehend zu stoppen und die Besteuerung von Rapsöl als Kraftstoff zurückzunehmen.
Nach dem Motto "danke jetzt reicht´s" wies der Vorstand des BWV massiv auf die dramatische Situation der heimischen Landwirtschaft hin. Es sei unumgänglich, dass die Maßnahmen zur Stabilisierung der Liquidität in den Betrieben schnellstmöglich und unbürokratisch umgesetzt werden.
Quelle und Kontaktadresse:
Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V.
Pressestelle
Weberstr. 9, 55130 Mainz
Telefon: (06131) 62050, Telefax: (06131) 620550
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