Pressemitteilung | Malteser Hilfsdienst e.V.

Darfur: Neue Kämpfe gefährden humanitäre Hilfe der Malteser / Geberkonferenz als Signal des Friedens

(Köln) - In der sudanesischen Krisenprovinz Darfur behindern neue Konflikte die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten. "Bislang verbündete Rebellengruppen bekämpfen sich jetzt gegenseitig", erklärt Ute Kirch, Programmkoordinatorin der Malteser in Darfur: "Die Lage wird immer unübersichtlicher. Auch Zivilisten werden angegriffen. In den Flüchtlingslagern kommen neue Vertriebene an - vor allem Frauen und Kinder." Nach dem Friedensvertrag vom 5. Mai zwischen der Regierung und einem Teil der Aufständischen hat sich die Rebellenbewegung weiter gespalten.

Die Malteser stellen südlich von El Fasher die Gesundheitsversorgung für 115.000 Menschen sicher, unter anderem auch in einem Flüchtlingslager. Sie untersuchen vor allem Schwangere, behandeln Kleinkinder und ihre Mütter und bekämpfen die Malaria. "Auch wenn es in unserer Projektregion zur Zeit relativ ruhig ist, gefährden die Kämpfe wenige Kilometer westlich unsere Arbeit", so Kirch. Im April mussten die Malteser ihre Aktivitäten vorübergehend einstellen, nachdem Rebellen ein medizinisches Team angehalten und zwei Autos gestohlen hatten.

Dennoch planen die Malteser, ihre Arbeit auf die Region um Wadah südöstlich von El Fasher auszudehnen. "Hier ist drei Jahre lang kein Arzt mehr gewesen. Die Gesundheitszentren sind heruntergekommen und funktionieren erst seit kurzem wieder notdürftig", so Kirch. Für fast 30.000 Menschen im Umkreis werden die Malteser Medikamente und Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen und eine ambulante Station mit 12 Betten einrichten.

In Brüssel findet am Dienstag eine internationale Geberkonferenz zur Finanzierung der Friedenstruppe der Afrikanischen Union statt. Die Mission von 7.000 Soldaten vermittelt zwischen den Konfliktparteien. Die Malteser hoffen, dass von der Geberkonferenz ein Signal des Friedens ausgehen wird.

Quelle und Kontaktadresse:
Malteser Hilfsdienst e.V. Dr. Claudia Kaminski, Pressesprecherin Kalker Hauptstr. 22-24, 51103 Köln Telefon: (0221) 9822111, Telefax: (0221) 9822119

(sk)

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