DBV kritisiert fehlende Einbindung von Kundenvertretern beim Sicherheitsgipfel der Deutschen Bahn
(Berlin) - Der Deutsche Bahnkunden-Verband (DBV) bedauert, dass beim heutigen "Sicherheitsgipfel" der Deutschen Bahn keine Vertreter der Fahrgäste eingeladen sind. Die Sicherheit im Regionalverkehr stellt seit langem ein sowohl emotionales als auch gesellschaftlich relevantes Thema dar, von dem Personal als auch Fahrgäste direkt betroffen sind.
Nach dem tödlichen Vorfall vor einer Woche in Rheinland-Pfalz, bei dem ein Zugbegleiter infolge eines körperlichen Angriffs durch einen Fahrgast ums Leben kam, reagierten führende Bundespolitiker mit Forderungen nach schärferen Strafen. Der DBV stellt jedoch die Frage, ob Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CDU) als Dienstherr der für den Bahnbereich zuständigen Bundespolizei nicht ebenfalls zusätzliche Maßnahmen ergreifen könnte.
Das Problem ist seit Jahren bekannt, geändert hat sich nichts: Bereits seit Dezember 2023 existiert eine bundesländeroffene Arbeitsgruppe "Bundesweite Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit in Zügen und an Bahnhöfen". Die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe sind jedoch als "VS-NfD" (Verschlusssache - nicht für die Öffentlichkeit) eingestuft, wie aus der Antwort auf die Kleine Anfrage 20/11285 im Bundestag hervorgeht.
"Es ist bedauerlich, dass beim Thema Sicherheit die Fahrgäste nicht mit am Tisch sitzen", so Gerhard J. Curth, Präsident des DBV. Neben direkten Gewalttaten trägt auch die Infrastruktur zur Sicherheit bei: schlecht beleuchtete Zugänge zu Bahnsteigen, über Monate defekte Aufzüge, nicht geleerte Abfallbehälter, Graffiti in Fußgängertunneln sowie unzureichende Ausschilderungen. Die Ausstattung des Personals mit Kameras könne nur ein Teil einer umfassenden Gesamtstrategie sein.
Der DBV betont, dass Sicherheit ein umfassendes Konzept erfordert, das nicht nur im Zug selbst, sondern auch im gesamten Umfeld der Bahnhöfe beginnt. Dazu gehören:
• Einladendes und gut beleuchtetes Umfeld
• Präsenz von Personal auf den Stationen
• Funktionierende Notrufeinrichtungen und Informationsmedien
• Vermeidung von dunklen Ecken
• Geeignete Lage von Haltestellen und Wartehäuschen
Die Umsetzung der Forderung nach zwei im Regionalverkehr eingesetzten Personale pro Zug ist ein mehrjähriger Prozess, der eine deutliche Erhöhung der Finanzierung erfordert - eine Reduzierung der Personalpräsenz in anderen Bereichen. Die im Verkehr täglich anzutreffende Aggression und Gewalt stellt ein gesamtgesellschaftliches Problem dar, das nicht durch zusätzliche Veranstaltungen zu diesem Thema gelöst werden kann. Es beschränkt sich nur nicht auf den ÖPNV. Ein zivilisiertes Miteinander unter Fahrgästen setzt beispielsweise ausreichende Zeitfenster für den Ein- und Ausstieg sowie ein den Anforderungen entsprechendes Zugangebot voraus. Zudem befürwortet der DBV das Herabstufen des Fahrens ohne Fahrkarte von einer Straftat zu einer Ordnungswidrigkeit als sinnvolle Maßnahme.
Der DBV ist bereit, die Kundensicht in Sicherheitsfragen einzubringen und erwartet zukünftige Einladungen zu relevanten Treffen zum Thema Sicherheit im Bahnverkehr.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Bahnkunden-Verband e.V. - Bundesverband, Fechnerstr. 26, 10717 Berlin, Telefon: 030 63497076
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