Der Ball ist rund: Hotelkonjunktur zwischen Fußball-WM und Mehrwertsteuererhöhung
(Berlin) - Der Aufwärtstrend des Jahres 2004 hat sich für die Hotels in Deutschland im Jahr 2005 fortgesetzt. 2005 war ein gutes Jahr für die Hotellerie, sagte der Vorsitzende des Hotelverbandes Deutschland (IHA) Fritz G. Dreesen am 02. März 2006 auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes. So stieg die Anzahl der Übernachtungen in 2005 um 3 Prozent auf 200,8 Millionen. Besonders erfreulich ist hierbei die erneut starke Zunahme der Übernachtungen ausländischer Gäste um 6,1 Prozent, hob Dreesen hervor. Die durchschnittliche Zimmerauslastung erhöhte sich von 60,1 Prozent auf 61,5 Prozent (+2,4 Prozent).
Für 2006 prognostizierte Dreesen eine Steigerung der Zimmerauslastung von etwa 3 Prozent bei leicht anziehenden Preisen. Nicht zuletzt durch die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 erwartet der Branchenverband zusätzliche Impulse. Der Hotelverband Deutschland sieht in der Fußball-WM eine einzigartige Chance, einen mittel- bis langfristigen Schub für den Deutschland-Tourismus zu erreichen, teilte Dreesen mit. Zugleich forderte der Verbands-Chef die Branche auf, sich im Jahr 2006 nicht nur auf Fußball-Touristen zu setzen und das aktive Werben um andere Zielgruppen nicht zu vernachlässigen.
Eine nachhaltige Erholung der Hotellerie hängt sehr stark von den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen im Land ab, machte Dreesen deutlich. Allergrößte Sorgen bereite der Hotellerie die avisierte Mehrwertsteuererhöhung um drei Prozentpunkte von 16 Prozent auf 19 Prozent zum 1. Januar 2007, dem dann zweithöchsten Steuersatz im europäischen Vergleich. Die Branche erwartet von der Bundesregierung die korrespondierende Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Beherbergungsumsätze, brachte Dreesen die Branchenforderung auf den Punkt.
Auf einsamem Top-Niveau liegt im europäischen Kontext auch die Rundfunkgebührenbelastung der deutschen Hotellerie ein Spitzenplatz, auf den wir gerne verzichten würden, bemerkte Dreesen. Mehr Beschäftigung in der Hotellerie werde es nur dann geben können, wenn sich auch die Ertragssituation verbessere, d.h. spürbare Kostenentlastungen für die Unternehmer greifen. Hier habe der Hotelverband insbesondere die un-durchsichtigen Urheberrechtsgebühren für das Fernsehen im Hotel und die überzogenen Kreditkartengebühren fest ins Visier genommen.
Ergebnisse im Detail
Im europäischen Vergleich hinkt die deutsche Hotellerie bei Auslastung, Zimmerpreisen und Zimmererträgen noch immer deutlich hinterher. Insbesondere die sich kaum erholenden und von der internationalen Entwicklung abgekoppelten Zimmerpreise machen den Hoteliers zu schaffen. So liegt beispielsweise der Berliner Durchschnittspreis von 83 Euro erheblich unter den Vergleichswerten aus Rom (152 Euro), London (156 Euro) und Paris (185 Euro).
Laut dem vom Hotelverband unterstützten HotelBenchmark Survey von Deloitte stieg der durchschnittliche Zimmerertrag um 1,5 Prozent. Es hätte aber durchaus noch besser laufen können, wenn nicht die durchschnittlichen Zimmerpreise um 0,8 Prozent nachgegeben hätten, kommentierte Dreesen die vorliegenden Ergebnisse des größten Betriebsvergleichs der Branche.
Trotz Überkapazitäten und Verdrängungswettbewerb verbleibt die Bereitschaft zu Investitionen in Hotelprojekte in Deutschland auf hohem Niveau. Insgesamt werden 314 neue Häuser auf den Markt kommen.
Der Hotelmarkt in Deutschland wird immer stärker durch die Markenhotellerie geprägt. Mit einem Hotelanteil von 9,4 Prozent (Vorjahr 8,7 Prozent) und einem Zimmeranteil von 36,4 Prozent (Vorjahr 32,8 Prozent) steht sie mittlerweile für fast die Hälfte (49,3 Prozent) des Gesamtumsatzes (Vorjahr 48,0 Prozent).
Bei der Betrachtung der einzelnen Marktsegmente fällt laut Dreesen ins Auge, dass die Auslastung der Flughafenhotels (+4,2 Prozent) und der Hotels in mittleren Städten (+2,9 Prozent) überdurchschnittlich stieg. Besonders positiv schnitten die Budgethotels der unteren Preislagen mit einer Auslastungssteigerung um 4,5 Prozent ab. Das obere Marktsegment konnte dagegen nur um 1,6 Prozent bei der Auslastung zulegen.
Quelle und Kontaktadresse:
Hotelverband Deutschland e.V. (IHA)
Stefanie Heckel, Pressesprecherin
Am Weidendamm 1a, 10117 Berlin
Telefon: (030) 590099690, Telefax: (030) 590099699
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