Pressemitteilung | Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband
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Der Marburger Bund wird 60 Jahre alt

(Berlin) - Der Ärzteverband Marburger Bund (MB) feiert heute (12. Juni 2007) auf den Tag genau sein 60jähriges Bestehen. Der Ärzteverband ist die gewerkschaftliche, gesundheits- und berufspolitische Interessenvertretung der angestellten und beamteten Ärzte, der Medizinstudierenden sowie der arbeitssuchenden Ärzte. In den vergangenen Jahren profilierte sich der Marburger Bund insbesondere als Ärztegewerkschaft. Im Jahr 2006 schloss er nach mehrwöchigen Ärztestreiks in Universitätskliniken und kommunalen Krankenhäusern die ersten arztspezifischen Tarifverträge in der Geschichte der Bundesrepublik ab.

Mit rund 110 000 Mitgliedern ist der Marburger Bund Europas größte Ärzteorganisation mit freiwilliger Mitgliedschaft und die einzige tariffähige Ärztegewerkschaft Deutschlands. Er gliedert sich in 14 Landesverbände und einen Bundesverband. 1. Vorsitzender des Bundesverbandes ist der Hamburger Radiologe Dr. Frank Ulrich Montgomery, der dem Verband seit November 1989 vorsteht. Rudolf Henke, Internist aus Aachen, ist seitdem 2. Vorsitzender des Verbandes.

Der Abschluss eigenständiger arztspezifischer Tarifverträge, die gesetzliche Neubewertung der Bereitschaftsdienste als Arbeitszeit durch zahlreiche Gerichtsverfahren und die maßgebliche Mitwirkung bei der Abschaffung der „Arzt im Praktikum“-Phase bezeichnet der MB als wichtigste Verbandserfolge. Der Marburger Bund setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen, leistungsgerechte Vergütung, zeitgemäße Medizinerausbildung und verstärkte Förderung von Ärztinnen ein.

MB-Chronik:

Juni 1947
Die Geburtsstunde des MB ist im Juni 1947, als sich junge Ärzte und Medizinstudenten im Gerichtsmedizinischen Institut der Phillips-Universität Marburg treffen, um sich für bessere Arbeitsbedingungen zu organisieren. Bereits im Jahr 1948 beläuft sich die Mitgliederzahl auf über 14 000.

März 1950
Im März 1950 besiegelt der MB einen Freundschafts- und Kooperationsvertrag mit der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft, um sich Einflussnahme auf Tarifverhandlungen insbesondere im öffentlichen Dienst zu sichern.

März 1960
Mit einem Jahrhunderturteil erkämpft der Marburger Bund im März 1960 vor dem Bundesverfassungsgericht die Niederlassungsfreiheit als Kassenarzt.

Juli 1971
Den ersten Arbeitskampf von Ärzten in Krankenhäusern erlebt Deutschland im Juli 1971, nachdem der MB die ins Stocken geratenen Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt hat.

September 1988
Im September 1988 wird die gemeinnützige Marburger-Bund-Stiftung gegründet, um insbesondere gegen die zunehmende Arbeitslosigkeit unter Ärzten besser vorzugehen. Die Stiftung bietet seitdem unter anderem eine Vielzahl von Qualifikations- und Informationsveranstaltungen an, um Ärzte und Medizinstudenten zu beraten und arbeitsrelevante Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln.

Juni 2005
Nach knapp 60 Jahren verlagert der Marburger Bund im Juni 2005 seinen Hauptsitz von Köln nach Berlin. Im selben Monat formiert er den ersten ärztlichen Widerstand an Universitätskliniken gegen den zunehmenden Abbau tariflicher Arbeitnehmerrechte. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder hat die wöchentliche Arbeitszeit ohne Lohnausgleich erhöht und Kürzungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld umgesetzt.

September 2005
Im September 2005 lehnt die 108. Marburger-Bund-Hauptversammlung den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) ab, entzieht Verdi die Verhandlungsvollmacht und fordert die Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes zu arztspezifischen Tarifverhandlungen auf.

März 2006
Im März 2006 erklärt die Tarifkommission des MB die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder für gescheitert. Nach einer Urabstimmung, bei der sich 98,4 Prozent der Ärzte für Arbeitskampfmaßnahmen aussprechen, startet ab dem 16. März 2007 der Ärztestreik an Unikliniken und Landeskrankenhäusern, der insgesamt 13 Wochen währt.

Juni 2006
Am 16. Juni 2006 verständigen sich Marburger Bund und Tarifgemeinschaft deutscher Länder auf den Abschluss eines arztspezifischen Tarifvertrages. Zehn Tage später beginnt am 26. Juni 2006 der Ärztestreik an kommunalen Krankenhäusern, der insgesamt acht Wochen andauert.

August 2006
Nach acht Wochen Ärztestreiks vereinbart die Ärztegewerkschaft mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) am 17. August 2006 einen Tarifvertrag für die Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern.

Dezember 2006
Der MB schließt mit dem Klinikkonzern Helios den ersten bundesweit gültigen Ärzte-Tarifvertrag im privaten Kliniksektor ab.

Mai 2007
Auf der 111. MB-Hauptversammlung am 12. Mai 2007 in Münster bezeichnet der im September 1948 zum ersten Vorsitzenden gewählte Herbert Britz den Marburger Bund als „Erfolgskonzept“.

Quelle und Kontaktadresse:
Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband Pressestelle Reinhardtstr. 36, 10117 Berlin Telefon: (030) 746846-0, Telefax: (030) 746846-16

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