Der Streit um die Bezahlung der Oberärzte muss ein Ende haben / Marburger Bund versucht, mit Vorwürfen an die Arbeitgeber von internen Problemen abzulenken
(Frankfurt am Main) - Der vom Marburger Bund weiter geschürte Streit um die Bezahlung von Oberärzten sorgt offensichtlich innerhalb der Ärztegewerkschaft für massiven Ärger. Nur so ist erklärlich, dass sich der Marburger Bund weiterhin gegen eine von ihm selbst ausgehandelte Tarifregelung stellt. Die Ärztegewerkschaft schreckt dabei nicht vor unbegründeten Vorwürfen zurück.
Den mit dem Marburger Bund abgeschlossenen Tarifvertrag haben die kommunalen Krankenhäuser nicht gewollt, so der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Manfred Hoffmann. Die daraus resultierenden Mehrkosten werden über die Krankenkassen nicht refinanziert. Im Gegenteil: Die kommunalen Krankenhäuser werden durch die Gesundheitsreform weiter finanziell belastet. Aber wir stehen zur Umsetzung des Tarifvertrags. Das erwarten wir auch vom Marburger Bund, und zwar in allen Teilen.
Die Oberarztregelung, die der Marburger Bund angestrebt hat, hätte eine weitere finanzielle Mehrbelastung bedeutet. Dies hat die VKA abgelehnt und sich in soweit durchgesetzt. Nun zu glauben, die Krankenhäuser würden sich über die vereinbarten Tarifregelungen großzügig zugunsten der Oberärzte hinwegsetzen, ist realitätsfern. Wenn sich die Oberärzte mit dem Tarifabschluss schlecht behandelt fühlen, mögen sie sich an den Marburger Bund wenden, nicht aber an ihre Arbeitgeber. Dass wir in den Tarifverhandlungen die Belange der kommunalen Krankenhäuser im Auge gehabt haben, kann uns schwerlich zum Vorwurf gemacht werden, so Hoffmann.
Im Tarifvertrag ist klar festgelegt, welcher Oberarzt in eine höhere Entgeltgruppe einzugruppieren ist. Dass nicht alle Oberärzte von der neuen Entgeltgruppe profitieren werden, war auch den Verhandlungsführern des Marburger Bundes in den Tarifverhandlungen klar. Schließlich haben sie durchgesetzt, dass kein Oberarzt seinen Titel verliert, auch wenn er nicht in die neue Entgeltgruppe für Oberärzte eingruppiert wird.
Der Chef des Marburger Bundes, Dr. Frank Ulrich Montgomery, scheint unter heftiger Kritik seiner Berufskollegen zu stehen. Dass innerhalb der Gewerkschaft große Nervosität herrscht, zeigt die Behauptung, Oberärzte würden 1000 Euro weniger verdienen. Dies entspricht nicht der Wahrheit. Kein Oberarzt verdient nach dem neuen Tarifvertrag weniger, dafür sorgen nicht zuletzt Besitzstandsregelungen. Es verdienen nur nicht alle Oberärzte 1000 Euro mehr als vor dem Tarifabschluss. Für Versprechungen war der Marburger Bund zuständig, nicht die Arbeitgeberseite, reagiert der VKA-Hauptgeschäftsführer auf die neuerlichen Vorwürfe.
Ich appelliere an die Oberärzte und den Marburger Bund, die Auseinandersetzungen vor Ort und in der Öffentlichkeit sofort einzustellen. Dies hilft nicht weiter und schadet letztlich allen. Was nützt ein Tarifabschluss, wenn der Marburger Bund nur seine Erfolge wahrhaben will, geschlossene Kompromisse aber nicht akzeptiert, so Hoffmann.
Quelle und Kontaktadresse:
Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände
Pressestelle
Kurt-Schumacher-Str. 10, 60311 Frankfurt
Telefon: (069) 21329600, Telefax: (069) 2139629600
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