Pressemitteilung |

Deutsche Bahn auf Rückzugsstrategie

(München) - Der Fahrgastverband PRO BAHN wirft der Deutschen Bahn eine verfehlte Rückzugsstrategie vor. "Anstatt ihre Strecken endlich auf einen zeitgemäßen Standard zu bringen und damit Fahrgäste zu gewinnen, wird der bequemere Weg des Rückzugs gewählt" so Andreas Barth, Sprecher von PRO BAHN.

Dabei gibt es genug positive Beispiele, dass attraktive Strecken auch die Fahrgastzahlen steigern. Ob dies nun die Usedomer Bäderbahn oder reaktivierte Strecken im Westen sind, die durch ein Vielfaches der vorherigen Fahrgastzahlen ihren Nutzen für die Kunden belegen. Durch ihr derzeitiges Angebot im Osten Deutschlands kann die Deutsche Bahn allerdings vielerorts ihre Kunden nicht überzeugen. PRO BAHN nennt als Beispiel die "Muldentalbahn" von Großbothen über Rochlitz nach Glauchau in Sachsen. Durch lange Fahrzeiten und "Schienenersatzverkehr" seit 1994 wurde die Strecke unattraktiv, zudem gibt es parallele Buslinien.

Der Fahrgastverband PRO BAHN warnt davor, dass nun im Osten die Fehler wiederholt werden, die im Westen in den vergangenen Jahrzehnten gemacht wurden. Das die Stillegungen im Westen häufig falsch waren, zeigen Beispiele wie die Schönbuchbahn in Baden-Württemberg. Auf dieser Strecke wurde 1966 der Personenverkehr eingestellt. 1996 wurde die Strecke nach einer grundlegenden Sanierung wieder in Betrieb genommen. Statt der 2000 Fahrgäste zuvor im Bus sind mittlerweile etwa 6.000 Fahrgäste pro Tag im Zug -- eine Verdreifachung der Fahrgastzahlen. Damit ist die Bahn ganz klar ökonomisch und ökologisch besser als der Bus.

Die Süddeutsche Zeitung hat am 8./9. September 2001 berichtet, dass die Deutsche Bahn jeden zehnten Regionalzug streichen möchte.

Quelle und Kontaktadresse:
PRO BAHN e.V. Gemeinnütziger Fahrgastverband Schwanthalerstr. 74 80336 München Telefon: 089/54456213 Telefax: 089/54456214

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