Deutsche Kautschukindustrie fordert einen permanenten Rohstoffdialog zwischen Bundesregierung und Wirtschaft
(Frankfurt am Main) - „Die deutsche Kautschukindustrie fordert einen Paradigmenwechsel in der Rohstoffpolitik der Bundesregierung. „Die Haltung, dass in erster Linie die Unternehmen für die Sicherung ihrer Versorgung mit Rohstoffen und Vorprodukten verantwortlich sind, ist angesichts der veränderten geopolitischen Lage nicht mehr zeitgemäß“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie (wdk), Boris Engelhardt, heute in Frankfurt am Main. Er forderte deshalb die Einrichtung eines permanenten Rohstoffdialogs.
„Die deutsche Kautschukindustrie ist wie viele andere Branchen auf die Einfuhr von Rohstoffen angewiesen. Bei Naturkautschuk beträgt die Importabhängigkeit 100 Prozent, weshalb er auch bis 2023 als einziger organischer Rohstoff in der EU-Liste der kritischen Rohstoffe aufgeführt war.“ Schon damals habe sich gezeigt, dass sich die Rohstoffstrategie der Bundesregierung auf mineralische Rohstoffe konzentriere, aber organische außer Acht lasse. „Der wdk hat bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass es keine zentrale Erfassung der Abhängigkeit der gesamten deutschen Industrie von Rohstoffen und Vorprodukten gibt. Vor dem Hintergrund protektionistischer Tendenzen im globalen Handel ist die Notwendigkeit für eine aktivere Rohstoffsicherungspolitik noch einmal gestiegen.“
Engelhardt schlug deshalb die Etablierung eines permanenten und alle rohstoffabhängigen Branchen umfassenden Dialogs zwischen Bundesregierung und Wirtschaft vor. „Drei Dinge wären dabei wichtig: Erweiterung des Fokus auch auf nicht-mineralische Rohstoffe und auf Vorprodukte, Erfassung von Bedarf und Abhängigkeiten sowie Erarbeitung von Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit und zur Diversifizierung der Lieferketten.“
Eine solche antizipierende Rohstoffpolitik würde den deutschen Industriestandort schützen und dafür sorgen, „dass Versorgungsprobleme nicht erst dann gelöst werden, wenn sie auftreten.“
Quelle und Kontaktadresse:
wdk Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V., Zeppelinallee 69, 60487 Frankfurt am Main, Telefon: 069 79360