Pressemitteilung | Deutscher Hausärzteverband e.V.

Deutscher Hausärzteverband: KBV versucht Selektivverträge zu behindern

(Berlin/Köln) - Der Deutsche Hausärzteverband kritisiert die Auswirkungen des letztjährigen Honorarabschlusses zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem GKV-Spitzenverband. Er führt dazu, dass Hausärztinnen und Hausärzte stark benachteiligt werden. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, sagte in Berlin: "Immer mehr Hausärztinnen und Hausärzte berichten, dass leider genau das eingetreten ist, was wir bereits im vergangenem Jahr, kurz nach dem Honorarabschluss, befürchtet und vor dem wir gewarnt haben: Durch die abwegigen EBM-Regelungen zur Verwendung der zusätzlichen Honorarmittel im hausärztlichen Bereich werden Hausärztinnen und Hausärzte massiv diskriminiert und gleichzeitig versucht, Selektivverträge zu behindern."

Die im vergangenen Jahr im Rahmen der Honorarverhandlungen ausgehandelten Regelungen sehen vor, dass die Auszahlung der zusätzlichen Mittel im hausärztlichen Versorgungsbereich in Höhe von rund 118 Millionen Euro für die Förderung der Delegation von ärztlichen Leistungen vorgesehen ist. Dieses grundsätzlich begrüßenswerte Ziel ist jedoch an bürokratische Richtlinien gebunden, die von der KBV ausgehandelt wurden. Diese führen dazu, dass ein beträchtlicher Teil der Hausärztinnen und Hausärzte systematisch von dem zusätzlichen Honorar ausgeschlossen wird. Gleichzeitig wird versucht, die Umsetzung von Selektivverträgen zu behindern.

"Die Regelungen haben zur Konsequenz, dass Hausärztinnen und Hausärzte, die an Selektivverträgen teilnehmen, bei der Verteilung des zusätzlichen Honorars deutlich schlechter gestellt werden. Den Kolleginnen und Kollegen wird automatisch und ohne genaue Prüfung das Geld vorenthalten", so Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg und 2. stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes. "Dagegen haben wir innerhalb der KBV massiv gekämpft, sind jedoch leider auf taube Ohren gestoßen. Das Ergebnis sehen wir jetzt. Dies schadet der Versorgung der Patientinnen und Patienten."

Der Deutsche Hausärzteverband setzt im Rahmen seiner Verträge zur Hausarztzentrierten Versorgung die Delegation ärztlicher Leistungen an speziell geschulte Versorgungsassistentinnen (VERAH®) seit Jahren erfolgreich um. Bundesweit gibt es inzwischen über 6.500 zertifizierte VERAH®.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Hausärzteverband e.V., Büro des Bundesvorsitzenden Berlin Vincent Jörres, Pressereferent Bleibtreustr. 24, 10707 Berlin Telefon: (030) 88714373-35, Fax: (030) 88714373-40

(sy)

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