Pressemitteilung | Deutscher Hausärzteverband e.V.

Deutscher Hausärzteverband: KBV will hausärztliche Versorgungsebene schwächen

(Frankfurt am Main/Köln) - Der Deutsche Hausärzteverband kritisiert Teile der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) für ihren Versuch, die hausärztliche Versorgungsebene auszuhöhlen. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, sagte am Vortag des 118. Deutschen Ärztetags in Frankfurt am Main: "Eine qualitativ hochwertige Primärversorgung der Patientinnen und Patienten kann nur von Hausärztinnen und Hausärzten sichergestellt werden. Dies muss endlich auch von allen Akteuren in der KBV anerkannt werden."

Hintergrund ist die in Teilen der KBV geführte Diskussion, die Gliederung in eine hausärztliche und eine fachärztliche Versorgungsebene aufzulösen. Stattdessen will man Hausärzte und einen Teil der Fachärzte unter dem Begriff Grundversorger zusammenfassen. "Die KBV versucht schleichend die bewährte Honorartrennung zwischen Hausärzten und Fachärzten aufzuweichen. Dies schadet der Versorgung, denn es gibt keine sinnvolle Alternative zu einer Primärversorgung durch Hausärztinnen und Hausärzte." Dabei handele es sich keineswegs um eine Grundversorgung wie von einigen suggeriert werde. "Die Primärversorgung durch Hausärztinnen und Hausärzte, ist eine komplexe medizinische Tätigkeit, die spezifische Kompetenzen sowie einen ganzheitlichen Ansatz erfordert und nicht etwas, was einen Minimalstandard erfüllt und von anderen Facharztgruppen quasi im Vorbeigehen erledigt werden kann."

Dieses Vorgehen passe zur Haltung einer ärztlichen Selbstverwaltung, in welcher hausärztliche Interessen bis heute nicht ernst genommen werden, sagte Eberhard Mehl, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hausärzteverbandes. "Sowohl die teilweise absurd anmutenden Regelungen bei der mit den Krankenkassen verhandelten Förderung der hausärztlichen Medizin im EBM für 2015, als auch die Dreistigkeit, mit der die ärztliche Selbstverwaltung versucht, die gesetzlich vorgeschriebene Parität in ihren Entscheidungsgremien zu umgehen, machen deutlich, dass Hausärztinnen und Hausärzte von der ärztlichen Selbstverwaltung systematisch klein gehalten werden sollen." Gerade vor dem Hintergrund des sich immer deutlicher abzeichnenden Hausärztemangels sei dies absolut unverantwortlich.

Im Hinblick auf den morgen beginnenden 118. Deutschen Ärztetag betonten Weigeldt und Mehl, dass auch die Bundesärztekammer (BÄK) endlich ihren Teil zur Förderung der hausärztlichen Medizin beitragen muss. "Die BÄK hat bisher keinerlei Anstrengungen erkennen lassen, den Trend, dass nur knapp zehn Prozent der jungen Ärzte eine Weiterbildung in der Allgemeinmedizin abschließen, umzukehren", so Weigeldt. Mehl ergänzte: "Es wird für die BÄK Zeit, wieder die Versorgungsrealität zur Kenntnis zu nehmen, statt sich immer weiter von ihr zur entfernen."

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Hausärzteverband e.V., Büro des Bundesvorsitzenden Berlin Bleibtreustr. 24, 10707 Berlin Telefon: (030) 88714373-35, Fax: (030) 88714373-40

(sy)

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