Pressemitteilung | Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP)

"Die Zeitarbeit wird nach der Krise als erstes wieder aufstehen" / Auftakt der virtuellen Veranstaltungsreihe "ARBEIT & PERSONAL" kompakt

(Berlin) - "Die Corona-Pandemie hat zum größten Konjunktureinbruch seit mehr als 70 Jahren geführt", betonte BAP-Präsident Sebastian Lazay bei der Premiere der neuen digitalen Veranstaltungsreihe "ARBEIT & PERSONAL" kompakt des BAP mit Blick auf die derzeitige wirtschaftliche Lage der Branche. Dabei würden die Personaldienstleister derzeit nicht nur durch die alles beherrsche Corona-Pandemie, sondern auch durch rechtliche, gesellschaftliche und politische Entwicklungen immer wieder aufs Neue erheblich herausgefordert. Gleichzeitig, so machte Lazay in seinem Grußwort deutlich, gebe es aber bei allen berechtigen Sorgen auch Grund zum Optimismus. "Solch schwierige Situationen sind kein Neuland für die Zeitarbeitsbranche. Sie hat schon in der Vergangenheit immer wieder die Erfahrung machen müssen, dass es in wirtschaftlichen Krisenzeiten oftmals die Zeitarbeitskräfte sind, deren Jobs besonders bedroht sind. Aber es ist eben auch die Zeitarbeit, die nach der Krise als erstes wieder aufsteht und schnell von der wirtschaftlichen Erholung profitiert", bekräftigte Lazay. Er sei sich dabei sicher, dass es durch die Pandemie zu Entwicklungen komme, die den Arbeitsmarkt fortan dauerhaft prägen werden. So sei davon auszugehen, dass die "durch die Corona-Krise rasant forcierte örtliche und zeitliche Flexibilisierung der Arbeit auch über die Zeit der Pandemie hinaus Bestand haben wird."

Mit einem "Ja! Zur Ungewissheit" zeigte Trainer und Coach Ralph Goldschmidt den über 100 Teilnehmern verschiedene Wege mit dem Schwerpunkt "Work-Life-Balance" auf, um gerade mit innerer Haltung äußeren Krisen, wie beispielsweise dem aktuellen Lockdown-Zustand, sowohl auf der beruflichen wie auch auf der persönlichen Ebene angemessen begegnen zu können. Dabei käme es insbesondere darauf an, mit jeder Situation, sei sie auch noch so bescheiden, souverän und gelassen umzugehen. "Es gibt grundsätzlich nie Sicherheit für die Zukunft", betonte Goldschmidt. Der Mensch leide vor allem dann, wenn Wunsch und Wirklichkeit im Leben auseinanderklaffen. Dann würde viel Energie in den Widerstand dagegen gesteckt, was alles andere als konstruktiv sei. Stattdessen empfehle er die "radikale Akzeptanz dessen, was ist. Wer mit der Realität kämpft, kann nur verlieren." Auch wenn jeder bestimmte Dinge als schlecht empfinde, sollten diese nicht nur toleriert, sondern akzeptiert werden, denn dadurch werde Kreativität freigesetzt.

Wie sich Personaldienstleister insbesondere in Bezug auf Veränderungsprozesse krisenfest aufstellen sollten, erläuterte Florian Körber, Geschäftsführer tutum Gmbh, in seinem Vortrag "Anschluss nicht verpassen: Personaldienstleistung 2021". Dabei zeigte er mit der demografischen, der gesellschaftlichen und der technischen sowie ökonomischen Entwicklung drei Megatrends auf, die auch für die Arbeit von Zeitarbeitsunternehmen von großer Bedeutung seien. Mit Blick auf die demografische Entwicklung machte Körber deutlich, dass im Jahr 2035 die Zahl der Bevölkerung im Erwerbsalter in Deutschland um vier bis sechs Millionen sinken werde. Daher "wird der Teich, in dem die Unternehmen fischen, kleiner. Dadurch steigen die Kosten und der Kampf um Talente wird immer härter." Somit würden auch die Probleme für die Kunden der Zeitarbeitsunternehmen steigen, die dadurch künftig gefragter denn je sein würden. Die gesellschaftliche Entwicklung werde hingegen dazu führen, dass die Selbstverwirklichung der Mitarbeiter weiter an Bedeutung gewinnen werde. "Autorität", erläuterte Körber, "wird durch gemeinsame Ideale ersetzt und Mitarbeiter entwickeln sich dadurch zu Mit-Unternehmern". Schließlich werde die Arbeit der Zeitarbeitsunternehmen in den kommenden Jahren massiv durch "den digitalen Strudel beeinflusst. Auch bei Personaldienstleistern werden Künstliche Intelligenz oder Automatisierung eine immer größere Rolle spielen, ob Sie wollen oder nicht." Daher sollte der digitale Wandel nicht als Feind, sondern als Helfer angesehen werden.

In den parallellaufenden, interaktiven Breakout-Sessions "Wie Sie eine Haltung der Zuversicht gewinnen" mit Ralph Goldschmidt und "Machen Sie sich fit für die Gegenwart, denn die Digitalisierung ist schon da" mit Florian Körber wurden anschließend wichtige Ergebnisse und Erkenntnisse der Impulsvorträge im Dialog mit den Teilnehmern weiter vertieft. Dabei machte Goldschmidt deutlich, dass es von erheblicher Bedeutung sei, "das Wissen aus Krisen bei der Bewältigung künftiger Krisen in Verbindung mit dem notwendigen Maß an Zuversicht einzusetzen." Auch Körber empfahl den Unternehmern in seiner Session, Krisen als Chance zu begreifen. Zudem sollten sie das eigene Geschäftsmodell zu hinterfragen, um notwendige Veränderungen voranzutreiben. Zudem diskutierten die Teilnehmer über den Grad der Digitalisierung in ihren Unternehmen. Dieser ist zumeist erfreulich hoch, und die Branche damit auf einem guten Weg.

Den Abschluss der Premierenveranstaltung der "ARBEIT & PERSONAL" kompakt unter dem Titel "Krisenfest in die Zukunft: Was macht bei Personaldienstleistern den Unterschied?" bildete eine kurze Diskussionsrunde, bei der Arbeitsmarkt- und Netzwerkexpertin Ines Dauth, die durch das Programm führte, gemeinsam mit den Referenten die wesentlichen Erkenntnisse der beiden Breakout-Sessions zusammenfasste.

Weitere Ausgaben von "ARBEIT & PERSONAL" kompakt sind 2021 im Mai, September und November mit jeweils unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten geplant. So wird bei der kommenden Veranstaltung am 20. Mai der Fokus auf dem zentralen Zukunftsthema "Weiterbildung & Qualifizierung" liegen. Redner wird dann u.a. der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, sein.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP) Pressestelle Universitätsstr. 2-3a, 10117 Berlin Telefon: (030) 206098-0, Fax: (030) 206098-70

(mj)

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