Diskussion um die Rente mit 67 geht weiter
(Frankfurt am Main) - Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hält die Einführung der Rente mit 67 weiterhin für falsch. Das Schicksal älterer Arbeitnehmer, die aufgrund physischer oder psychischer Belastungen ihren Beruf nicht bis zum Alter von 67 Jahren ausüben können, aber auch keine Ausweichmöglichkeit auf andere Arbeitsstellen haben, ist weiterhin ungeklärt, sagt IG BAU-Vorsitzender Klaus Wiesehügel. Für diese Arbeitnehmer bedeute das Heraufsetzen des Renteneintrittsalters schlicht Rentenkürzung.
Die Idee, die Tarifvertragsparteien sollten das Problem z.B. mithilfe von Arbeitszeitkonten in den Griff bekommen, sei keine Lösung.
Realistischerweise ließen sich mit Langzeitkonten nur ein paar Monate bis zum Rentenbeginn überbrücken, nicht jedoch - wie in diesen Berufen erforderlich - mehrere Jahre. Hier bleibe der Gesetzgeber gefordert.
Abgesehen davon, dass Arbeitszeitkonten keine Lösung der Rentenproblematik seien, stehe der Gesetzgeber außerdem in der Pflicht, Langzeitkonten mit einem Ausgleichszeitraum von über drei Monaten endlich gegen Insolvenz zu schützen. Auch eine Verbesserung des bestehenden Systems der Teilrente sei zwar sinnvoll, löse aber das Problem nicht.
Es führe kein Weg daran vorbei, einen bedarfsgerechten, an den tatsächlichen Gegebenheiten der Gesundheit der Beschäftigten sowie des Arbeitsmarktes orientierten Zugang zur Erwerbsminderungsrente zu schaffen.
Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Bundesvorstand
Sigrun Heil, Leiterin, Pressestelle
Olof-Palme-Str. 19, 60439 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 95737-0, Telefax: (069) 95737-800
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