Pressemitteilung | Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD)
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Diskussion um Pkw-Maut / Beckstein und Oettinger wollen Vielfahrer belohnen: Pkw-Vignette zehnmal teurer für Durchschnittsfahrer

(Berlin) - Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) kritisiert den erneuten Vorstoß für eine Pkw-Vignette aus Bayern und Baden-Württemberg. Eine solche Regelung sei sowohl ökonomisch als auch ökologisch absolut unsinnig. Sie führe letztlich zu weniger Kostenwahrheit im Verkehr. *Beckstein und Oettinger wollen offensichtlich Vielfahrer belohnen. Denn bei einer gleichzeitigen Absenkung der Mineralölsteuer profitieren von der vorgeschlagenen Vignette alle, die überdurchschnittlich viele Kilometer auf der Autobahn unterwegs sind", kritisiert Hermann-Josef Vogt, stellvertretender VCD-Bundesvorsitzender.

So würde ein durchschnittlicher Autofahrer, der im Jahr etwa 4.000 Kilometer auf Autobahnen zurücklege, durch die 100-Euro-Vignette mit 2,5 Cent pro Kilometer belastet. Wer dagegen im Jahr 50.000 Kilometer auf der Autobahn fahre, müsse nur 0,2 Cent pro Kilometer bezahlen. Vogt: *Ein solches Modell entlastet Autofahrer, die die Infrastruktur intensiv nutzen und gleichzeitig überproportional zur Umwelt- und Klimabelastung beitragen. Menschen, die nur gelegentlich auf der Autobahn fahren und auch auf umweltverträglichere Verkehrsmittel umsteigen, werden dagegen finanziell bestraft. Deshalb lehnt der VCD eine Pkw-Vignette ganz klar ab."

Dass der erneute Vorstoß für eine pauschale Autobahngebühr ausgerechnet aus Bayern und Baden-Württemberg kommt, verwundert den VCD nicht. Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: *Das ist ein peinliches Manöver der beiden Landesregierungen im Dienste von BMW und Mercedes. Denn es sind insbesondere die Fahrer dieser Luxuslimousinen, die viel auf der Autobahn unterwegs sind und von einer Absenkung der Mineralölsteuer profitieren würden. Beckstein und Oettinger üben sich offensichtlich in einer neuen Variante der Standort- und Klientelpolitik, die zulasten der Durchschnittsfahrer und der Umwelt geht."

Aus Sicht des Umwelt- und Verbraucherverbandes VCD sind mit Mineralöl-, Öko- und Kfz-Steuer sinnvolle Instrumente vorhanden, um den Autoverkehr verursachergerecht an den Kosten für Infrastruktur und Umweltbelastung zu beteiligen. Lottsiepen: *Öko- und Mineralölsteuer steigen automatisch mit dem Verbrauch und hängen so vom Fahrzeug und den zurückgelegten Wegen ab. Das heißt: Wer mehr fährt und mehr verbraucht, zahlt auch mehr. Das ist allemal gerechter als pauschale Gebühren und hat obendrein eine gute Lenkungswirkung im Sinne des Umwelt- und Ressourcenschutzes."

Quelle und Kontaktadresse:
Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), Bundesverband Daniel Kluge, Pressesprecher Kochstr. 27, 10969 Berlin Telefon: (030) 2803510, Telefax: (030) 28035110

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