dju in ver.di: Zeitschriftenverleger handeln verantwortungslos
(Berlin) - Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) hält die Kündigung des Manteltarifvertrags für Redakteure an Zeitschriften für eine Kampfansage. Der Schritt komme nicht unerwartet. "Überraschend und bedrohlich ist allerdings der Umfang der Verleger-Forderungen.
Neben den Kürzungen monetärer Leistungen soll offensichtlich auch die Arbeitszeit verlängert werden. In jedem Verlag, der seine Arbeitsorganisation verändert, soll künftig die jetzt schon verdichtete Arbeit danach auf noch weniger Schultern verteilt werden.
Dies führt unmittelbar zu Jobabbau", erklärte ein Sprecher der dju in ver.di.
Zuvor hatte der Verband der Deutschen Zeitschriftenverleger (VDZ) am gestrigen Montag (29. Juni 2009) gegenüber den Journalistengewerkschaften die Kündigung des Manteltarifvertrages zum Ende des Jahres angekündigt.
Ziel sei es, "Urlaubsgeld und Jahresleistung nachhaltig" sowie die tarifliche Arbeitszeit zu verändern. Außerdem sollten die Arbeitgeberbeiträge zur Presseversorgung nach dem bisher nicht gekündigten Altersversorgungstarifvertrag gekürzt werden, erklärte der VDZ.
"Mit der Forderung zur Kürzung der Verlegerbeiträge in die Presseversorgung agiert der VDZ verantwortungslos", betonte die dju.
Beitragszeiten und Lebenseinkommen seien in den letzten Jahrzehnten ohnehin schon gesunken, weil Zeitschriftenjournalisten häufig erst spät in Festanstellungen übernommen würden und somit weniger verdienten. "Anstatt die Presseversorgung deshalb zu stärken, wollen die Zeitschriftenverleger nun eine der wichtigsten Brancheninstitutionen destabilisieren", kritisierte die dju.
Die dju in ver.di werde sich nun auf die kommende Tarifauseinandersetzung vorbereiten, hieß es. Die Verhandlungen über den Manteltarif sollen am 18. September 2009 beginnen.
Quelle und Kontaktadresse:
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Bundesvorstand
Pressestelle
Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin
Telefon: (030) 69560, Telefax: (030) 69563956
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