EEG-Novelle - Verband Wohneigentum warnt vor "tiefgreifendem Systemwechsel"
(Bonn/Berlin) - Mit scharfer Kritik reagiert der gemeinnützige Verband Wohneigentum auf den Arbeitsentwurf zur EEG-Novelle aus dem Haus von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Nach Medienberichten plant die Ministerin unter anderem die vollständige Streichung der Photovoltaik-Förderung für kleine Anlagen. "Das wäre ein massiver Einschnitt in das EEG und ein fataler Rückschritt für die private Energiewende im Gebäudebereich", bewertet Verbandspräsident Peter Wegner den Entwurf.
Wegner erklärt: "Dieser Entwurf bedeutet einen tiefgreifenden Systemwechsel: Weg von einer staatlich abgesicherten Einspeisevergütung und damit einer wichtigen Unterstützung privater Initiative hin zu einer konsequent markt- und systemorientierten Steuerung erneuerbarer Energien." Der Verbandspräsident kritisiert: "Politisch nicht gelöste strukturelle Probleme können nicht zu Lasten der kleinen Eigenümer*innen gehen."
Förderstopp für kleine PV-Anlagen bis 25 kW - höheres Investitionsrisiko
Wenn das klassische Einfamilienhaus die EEG-Förderung verliere und die Einspeisung auf 50 Prozent begrenzt werde, bedeute das für private Eigentümer*innen ein höheres Investitionsrisiko. Vor allem dann, so Wegner, wenn sie keinen Speicher haben und den Verbrauch nicht gut steuern.
Wegner warnt: "Privatpersonen sind bislang wichtiger Akteur bei der Solarstromerzeugung. Diese Initiative wird ausgebremst, was ein fataler Rückschritt für die private Energiewende ist." Erwartbare negative Konsequenz sei eine sinkende Investitionsdynamik im Kleinanlagensegment, was PV-Anlagen verteuere. Wegner: "Zu befürchten ist, dass in Konsequenz die private Energiewende einkommensstarken Haushalten vorbehalten bleibt."
Kritik an verpflichtende Direkvermarktung
Mehr Markt bedeute auch mehr Komplexität, erklärt der Verbandspräsident und sieht das Risiko einer Überfoderung private Anlagenbetreiber bei einer verpflichtenden Direktvermarktung. "Private Betreiber werden gezwungenermaßen zu Strommarkt-Akteuren, das darf nicht zu fachlicher und bürokratischer Überfoderung führen. Gerade Familien, ältere Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Wohnungseigentümergemeinschaften benötigen verlässliche und verständliche Rahmenbedingungen und dürfen nicht überfordert werden."
Quelle und Kontaktadresse:
Verband Wohneigentum e.V. (VWE), Katrin Ahmerkamp, Pressesprecher(in), Oberer Lindweg 2, 53129 Bonn, Telefon: 0228 6046820
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