Pressemitteilung | Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.

Ein volles Wartezimmer - trotzdem insolvent? / HNO-Ärzte in Thüringen fürchten um ihre Praxen

(Erfurt) - Begrüßenswert ist ein Honorarzuwachs in den neuen Bundesländern in den letzten beiden Jahren.

Auch die Thüringer Ärzte konnten partizipieren. Dieser Honorarangleich zwischen den Ländern war längst überfällig. Leider ist diese Honorarverbesserung nicht bei allen Fachgruppen angekommen. Es muss festgestellt werden, dass insbesondere die sogenannten Versorger-Fachärzte nicht berücksichtigt wurden.

HNO-Ärzte stehen an der letzten Position der Honorartabelle. Jüngere Kolleginnen und Kollegen, die sich vor wenigen Jahren niedergelassen haben und mit Investitionskrediten belastet sind, fürchten trotz voller Wartezimmer die Insolvenz, ältere haben resigniert. Kompensatorisch kommt es zum Investitionsstau und zu Entlassungen von notwendigem Personal.

Politiker sprechen im vorgesehenen Versorgungsgesetz von einer Forcierung des spezialfachärztlichen Bereichs und scheinen dabei völlig zu vergessen, dass medizinische, flächendeckende Versorgung gleichermaßen durch Hausärzte und Fachärzte erfolgt. Spezialisierte Versorgung ist dagegen eher selten.

Es steht die qualifizierte Versorgung der Gesamtbevölkerung in Deutschland auf dem Prüfstand. Wenn es in Zukunft ausschließlich hausärztliche Versorgung neben Krankenhausversorgung in Deutschland geben soll, dann sollte man das den niedergelassenen Fachärzten mitteilen.

Ein Aushungern dieser Facharztpraxen und die Missachtung erbrachter ärztlicher Leistung und ärztlichen Engagements ist ein unhaltbarer Zustand. Hier sind Politiker und Selbstverwaltungen auch vor Ort gefragt, jetzt!

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V., Bundesgeschäftsstelle Pressestelle Haart 221, 24539 Neumünster Telefon: (04321) 97250, Telefax: (04321) 972611

(el)

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