Elektro-Hausgeräte: Wachstum nur aus dem Auslandsgeschäft / Steigende Preise wegen hoher Rohstoffkosten zu erwarten
(Frankfurt am Main) Die deutschen Hersteller von Elektro-Hausgeräten profitieren von einem guten Exportgeschäft. Die Ausfuhren legen im Jahr 2004 gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent zu. Das Inlandsgeschäft verläuft dagegen erneut enttäuschend. Der Wert der in Deutschland hergestellten Hausgeräte stagniert im Vergleich zum Vorjahr bei 8,4 Mrd. Euro teilt der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. mit.
Der aufgestaute Ersatzbedarf bei Haushalt-Großgeräten sollte 2005 wieder zu einer leichten Belebung auch im Inland führen. Wir gehen im nächsten Jahr von einem stabilen Geschäft aus. Ein geringes Umsatzplus von etwa einem Prozent bei Großgeräten ist realistisch, mehr aber nicht, fasst Dr. Reinhard Zinkann, Mitglied des ZVEI-Vorstandes und Sprecher der Hausgeräte-Fachverbände, seine Prognose zusammen. Keine Veränderungen werden dagegen bei kleinen Hausgeräten und Hauswärmetechnik erwartet. Die Bedeutung des Außenhandels wird in allen drei Hausgeräte-Segmenten weiter zunehmen. Sowohl beim Export als auch beim Import rechnet der ZVEI mit Zuwachsraten von etwa fünf Prozent im Jahr 2005.
Der inländische Umsatz mit Hausgeräten schrumpfte 2004 um drei Prozent auf 10 Mrd. Euro zu Endverbraucherpreisen. Wir brauchen dringend Wachstum auch in Deutschland. Wir dürfen uns nicht auf den Export verlassen, führt Zinkann aus. Nur wenn Deutschland ein führender Absatzmarkt bleibt, besonders für innovative und hochwertige Geräte, können wir im Export dauerhaft Erfolg haben. Gut ins Ausland verkauft wurden vor allem Einbaubacköfen, Kühlschränke und Waschmaschinen.
Der anhaltende Preisdruck auf Grund des intensiven Wettbewerbs in Deutschland wirkt sich besonders auf die freistehenden Großgeräte aus, bei denen ein Umsatzminus von sechs Prozent aufläuft. Das kann auch durch die stabile Entwicklung im Bereich Einbaugeräte nicht ausgeglichen werden. Der Verband erwartet allerdings, dass die Preiserosion bald zum Stillstand kommt. Der explosionsartige Kostenanstieg bei den Rohstoffen wie Stahl und Kunststoffe kann nicht mehr durch Rationalisierungen aufgefangen werden. Ich schätze, so Zinkann, dass die Hausgerätehersteller an Preiserhöhungen nicht vorbeikommen.
Rückgang bei Kleingeräten gebremst
Zuwächse im Export aber Einbußen im deutschen Markt vermeldet der Verband auch bei den kleinen Hausgeräten. Mit dem Inlandsgeschäft können wir nicht zufrieden sein, obwohl der Rückgang weniger stark als im Vorjahr ist, so Rudolf Schulte, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbandes Elektro-Haushalt-Kleingeräte.
Die Branche erwartet in 2004 ein einprozentiges Minus bei einem Umsatz von 1,6 Mrd. Euro. Besonders die klassischen Kleingeräte wie zum Beispiel Toaster und Wasserkocher leiden unter der Kaufzurückhaltung. Bei den Bodenpflegegeräten sind die Verkaufszahlen um mehr als 15 Prozent deutlich gestiegen. Allerdings hat dies seine Ursache in den stark gefallen Preisen. Der Umsatz dieser Gruppe wuchs deshalb nur leicht. Viele Verbraucher haben offenbar den Preisverfall genutzt und sich ein Zweitgerät angeschafft, kommentiert Schulte.
Espressomaschinen liegen weiter voll im Trend. Mit einem Umsatzplus von fünf Prozent im Jahr 2004 hat sich das Wachstum nur leicht gegenüber dem Vorjahr abgeschwächt. Auch Geräte, die mit fertigen Kaffee-Pads betrieben werden, kommen beim Verbraucher sehr gut an. Dies hat dem Markt für Kaffeemaschinen zu einem Plus von zwei Prozent verholfen. Das Segment Körperpflege und Gesundheit gehört 2004 nicht mehr zu den Wachstumsträgern. Dieser Markt zeigt bei einigen Produktgruppen bereits hohe Sättigungsraten. Es ist aber noch immer möglich, mit neuen Ideen das Geschäft anzukurbeln. Dies zeigt der gute Absatz von Haarstylinggeräten mit peppigem Design für die junge weibliche Generation.
Für 2005 erwartet Schulte nur aus dem Auslandsgeschäft Wachstum. Im Inland rechnet er angesichts des schwachen Konsumklimas nicht mit einer durchgreifenden Belebung.
Hauswärmetechnik: Export stützt das Geschäft
Gute Erfolge im Export aber unterschiedliche Entwicklungen im Inland meldet der ZVEI-Fachverband Elektro-Hauswärmetechnik. Der inländische Branchenumsatz sinkt 2004 um insgesamt vier Prozent auf 340 Mio. Euro. Bei den meisten klassischen Wärme- und Warmwassergeräten sind Rückgänge zu verzeichnen. Produktgruppen, die einen Mehrwert an Komfort bieten, zeigen dagegen Zuwächse. Dazu gehören mobile Klimageräte, elektronische Durchlauferhitzer und elektrische Fußbodenheizungen. Anhaltend sind die Zuwächse bei Systemen, die regenerative Energien wie Sonnen- oder Erdwärme nutzen, wie etwa den elektrischen Wärmepumpen, die ein Plus von über 20 Prozent verbuchen können.
Im kommenden Jahr rechnet die Wärmetechnikbranche mit einem insgesamt stabilen Geschäft. Sie erwartet, dass leichte Rückgänge im Inland durch einen guten Export mehr als kompensiert werden.
Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI)
Stresemannallee 19, 60596 Frankfurt
Telefon: 069/6302-0, Telefax: 069/6302-317
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