Emissionshandel im Seeverkehr bedroht Wettbewerbsfähigkeit handelsintensiver Branchen
(Berlin) - Die seit Januar 2024 wirksame Ausweitung des EU-Emissionshandelssystems (EU-ETS) auf den Seeverkehr bedroht die energieintensive Industrie mit erheblichen Zusatzkosten. Der VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e. V. warnt vor negativen Auswirkungen auf handelsintensive Branchen wie die Aluminium- und Kupferindustrie und fordert einen wirksamen Ausgleichsmechanismus.
Christian Seyfert, Hauptgeschäftsführer des VIK: „Die energieintensive Industrie in Europa steht bereits unter enormem Kostendruck. Wenn nun die ETS-Kosten aus dem Seeverkehr ungefiltert auf unsere Mitgliedsunternehmen überwälzt werden, gefährdet das die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Wertschöpfungsketten. Wir benötigen dringend einen Ausgleichsmechanismus, der ein Level-Playing-Field im globalen Wettbewerb sicherstellt. Das erfordert eine Anpassung der EU-Beihilfeleitlinien oder der ETS-Verordnung.“
Die Abdeckungspflicht durch Zertifikate im Seeverkehr steigt stufenweise an: von 40 Prozent der gemeldeten Emissionen im Jahr 2025 über 70 Prozent im Jahr 2026 bis zu 100 Prozent ab 2027. Das System erfasst den gesamten EU-internen Schiffsverkehr sowie 50 Prozent der Emissionen auf Strecken zwischen EU-Häfen und Drittstaaten. Die Schifffahrtsunternehmen geben diese Kosten zunehmend an ihre Kunden weiter.
Für energieintensive Unternehmen, die bereits im Rahmen des EU-ETS Zertifikate für ihre Produktionsemissionen erwerben müssen, stellt dies eine zusätzliche Belastung dar. Besonders betroffen sind handelsintensive Branchen: Als Preisnehmer auf globalen Märkten können diese Unternehmen die zusätzlichen Kosten nicht an ihre Kunden weitergeben. Dies führt zu einer direkten Margenbelastung und erhöht das Risiko von Carbon Leakage – der Verlagerung von Produktion und Emissionen in Regionen mit weniger strengen Klimaschutzauflagen.
Die Verbände fordern die Europäische Kommission und die Bundesregierung auf, zeitnah einen Mechanismus zur Entlastung der betroffenen Industrien zu entwickeln. Dieser müsse die indirekten Kosten aus dem maritimen ETS adressieren. Entscheidend sei, dass europäische Produzenten nicht durch einseitige Regulierungskosten gegenüber außereuropäischen Wettbewerbern benachteiligt werden.
Quelle und Kontaktadresse:
VIK - Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V., Matthias Nuyken, Pressesprecher(in), Leipziger Platz 10, 10117 Berlin, Telefon: 030 2124920
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