Pressemitteilung | Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR)
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Europäische Zentralbank soll geldpolitischen Kurs vorerst halten

(Berlin) - Nach Ansicht des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sollte die Europäische Zentralbank (EZB) ihren geldpolitischen Kurs vorerst beibehalten. Zwar seien auf kurze Sicht die Inflationsrisiken infolge der gestiegenen Rohölpreise höher als zu Jahresbeginn. Bislang zeichneten sich aber aufgrund der Preissteigerungen noch keine höheren Lohnabschlüsse als Zweitrundeneffekte ab. Eine Lohn-Preis-Spirale sei derzeit nicht zu befürchten, so der BVR in seinem jüngsten Konjunkturbericht. Die Geldpolitik sei daher gut beraten, vorerst auf eine Zinserhöhung zu verzichten. Angesichts des starken vom Export kommenden Wachstumsimpulses sei der Spielraum für eine Zinssenkung auch nicht gegeben.

Zinsen erst bei erkennbarer Belebung der Binnenkonjunktur erhöhen

Mit einer Straffung der geldpolitischen Zügel solle die EZB warten, bis die Binnenkonjunktur im Euroraum wieder deutliche Anzeichen der Belebung aufzeige. Dies werde voraussichtlich erst zum Ende des Jahres eintreten. In diesem Fall solle die EZB zum Jahresende ihren Zinssatz um einen viertel Prozentpunkt auf 2,25 Prozent erhöhen. Im Zuge einer weiteren Festigung des Aufschwungs müssten dann die Leitzinsen allmählich in Richtung eines neutralen Niveaus von etwa 4 Prozent hochgeschleust werden. Dieser Schritt sei aber erst dann sinnvoll, wenn die Kapazitäten der Unternehmen wieder normal ausgelastet seien. Damit sei auch in 2005 noch nicht zu rechnen.

Steigende Wirtschaftsleistung im Euroraum

Die Wirtschaft im Euroraum bleibt nach Ansicht des BVR auf Erholungskurs.
In diesem Jahr sei mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,8 Prozent zu rechnen. Damit nehme die Wirtschaftsleistung in etwa so stark zu wie im Durchschnitt der Jahre seit der deutschen Wiedervereinigung. Die Eurozone werde in diesem Jahr eine normale Konjunkturlage erreichen. Mit einer Belebung der Binnennachfrage sei erst in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen. Unterstützt durch das starke Wachstum der Exporte und durch die günstigen Finanzierungsbedingungen werde sich die Investitionsgüternachfrage leicht erholen.

Ausschlaggebend für die weitere Konjunkturentwicklung sei vor allem das Risiko einer deutlichen Abkühlung der Konjunktur in den USA, Japan und China. Die jüngsten Konjunkturdaten deuteten jedoch auf eine nur mäßige Abschwächung des Wachstums in den drei Regionen hin. Auch erscheine derzeit ein weiterer Aufwärtsdruck auf den Ölpreis mit seinen wachstumsdämpfenden Wirkungen angesichts der zu erwartenden leichten Abkühlung des Wirtschaftswachstums insbesondere in Asien unwahrscheinlich.

Die Inflation im Euroraum befinde sich momentan zwar oberhalb des mittelfristigen Inflationsziels der EZB von knapp unterhalb 2 Prozent. Da sich die Verbraucherpreise im Juni nicht weiter erhöht haben, deute sich eine leicht rückläufige Inflationsentwicklung an. Zudem sei die um schwankungsanfällige Preise von Nahrungsmitteln, Energie und Tabakwaren bereinigte Kernrate der Inflation zurückgegangen. Schließlich seien auch kaum Vorzeichen für Zweitrundeneffekte in der Lohn- und Preissetzung festzustellen. Doch seien die Tarifpartner auch weiterhin gefordert, die Lohnabschlüsse an der mittelfristigen Produktivitätsentwicklung auszurichten und auf einen Ausgleich für die Verteuerung der Rohölimporte infolge des Rohölpreisanstiegs zu verzichten.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR) Schellingstr. 4, 10785 Berlin Telefon: 030/20210, Telefax: 030/20211900

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