Pressemitteilung | Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD)
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Fahrplanwechsel bei der Bahn zum 11.12.2005 / VCD kritisiert höhere Preise und Wegfall des Mitfahrerrabattes / Lob für Jugend-Bahncard und Cityticket

(Berlin) - Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) kritisiert Verschlechterungen im Tarifangebot der Deutschen Bahn AG, die zum Fahrplanwechsel am kommenden Wochenende wirksam werden. Zum einen erhöhen sich die Preise im Nah- und Fernverkehr zum 11. Dezember 2005 um rund drei Prozent, was der VCD für unbegründet und falsch hält. Zum anderen wird der Mitfahrer-Rabatt für Bahncard-KundInnen abgeschafft.

Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: „Im Sommer hat die Bahn die Fahrpreiserhöhungen mit steigenden Energiekosten begründet. Doch trotz höherer Ausgaben für Energie macht die Bahn im Nahverkehr steigende Gewinne, selbst der Fernverkehr schreibt inzwischen schwarze Zahlen. Die Deutsche Bahn AG hält aber trotzdem an der Tariferhöhung fest und nimmt damit in Kauf, neu gewonnene Fahrgäste ebenso wie Stammkunden zu verprellen."

Es zeige sich bundesweit, dass Bahnen und Busse von gestiegenen Benzinpreisen profitieren, weil mehr Menschen ihr Auto stehen lassen und auf die umweltschonende Verkehrsmittel umsteigen. „Die Bahn sollte vor diesem Hintergrund auf die Preiserhöhung verzichten und sich als kostengünstige Alternative zum Auto profilieren", fordert Gehrmann. Anstatt die Gewinne in Bahninfrastruktur und Zugangebot zu investieren, fließe zudem ein Großteil der Erlöse in den Zukauf international tätiger Unternehmen. Damit wolle die DB AG zum globalen Logistikkonzern aufsteigen.

Heidi Tischmann, Verkehrsreferentin des VCD: „Wenn ein staatseigenes Unternehmen zu Lasten seiner Kernaufgaben Geschäfte in aller Welt macht, muss die Politik ihre Aufsichtsfunktion wahrnehmen und Einhalt gebieten. Der Transport von Fahrgästen und Gütern auf einem gut erhaltenen und ausgebauten Schienennetz in Deutschland muss erste Priorität für das Geschäft der Deutschen Bahn AG bleiben, auch wenn sie als weltweit agierendes Unternehmen an die Börse gehen soll."

Scharf kritisiert der VCD die Abschaffung des Mitfahrer-Rabattes für Reisende mit Bahncard. Damit entfalle die Möglichkeit, jederzeit bis zu vier Personen zum halben Preis im Zug mitnehmen zu können, was eine echte Konkurrenz zur Fahrt mit dem Auto bedeute. Mit dem neuen Fahrplan gelte dieser Rabatt nur noch im Zusammenhang mit kontingentierten Sparpreisfahrkarten. Tischmann: „Die Bahncards verlieren damit einen Vorteil und werden trotzdem drei Prozent teurer. Das ist eine schöne Weihnachtsbescherung für die Stammkunden!"

Positiv bewertet der VCD die Ausdehnung des Citytickets auf über 80 Städte im Bundesgebiet und die Einführung einer Jugend-Bahncard 25 für Menschen unter 19 Jahren zum einmaligen Preis von 10 Euro. „Bevor junge Menschen mit 18 Jahren fast automatisch in ihr eigenes Auto steigen, haben sie nun die preiswerte Möglichkeit, das Bahnfahren kennen und schätzen zu lernen. So sehen zukunftsweisende und kundenorientierte Angebote aus", lobt Tischmann.

Quelle und Kontaktadresse:
Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), Bundesverband Daniel Kluge, Pressesprecher Kochstr. 27, 10969 Berlin Telefon: (030) 2803510, Telefax: (030) 28035110

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