Pressemitteilung | Verein Automobillogistik im DSLV e.V. (AML)

Fahrzeuglogistiker fordern rasche Umsetzung der EU-Arbeitszeitrichtlinie

(Bonn) - Eine möglichst rasche Umsetzung der EU-Arbeits-zeitrichtlinie im Sinne des Entwurfs der Fahrpersonal-Arbeitszeitverordnung, wie sie der Deutsche Bundesrat am 18. März abgelehnt hat, forderten die Mitglieder des Vereins Automobillogistik im BSL (AML) anlässlich ihrer Mitgliederversammlung am 29. April in der norditalienischen Stadt Bra. Nach Möglichkeit sollen die neuen Regelungen noch in diesem Jahr in Kraft treten. Gelingt die Umsetzung des EU-Rechts in Deutschland bis dahin nicht, hätte dies zur Folge, dass ab dem 1. Januar 2006 entgegen des eindeutigen Wortlauts der EU-Richtlinie Bereitschaftszeit als Arbeitszeit zählt.

Zur Arbeitszeit würde dann auch das Warten auf das Be- und Entladen der Fahrzeuge gehören mit der Folge, dass die reale Arbeitszeit der Fahrer schneller endet. „Dann kann es passieren, dass unsere Leute zwar ihre Transporter gegen Ende der Woche noch bis zum Händler bringen können, die Neuwagen auf die der Kunde schon wartet aber nicht mehr abladen dürfen,“ warnt der AML-Vorsitzende Konrad Lehner. Warum sich bei den Bundesministerien bislang nichts rührt, ist für Lehner und seine Kollegen völlig unverständlich. „Der Text des neuen Entwurfs liegt doch schon vor und bräuchte nur eins zu eins umgesetzt zu werden. Wenn man im Wirtschafts- und im Verkehrsministerium aber anruft, sind dort noch nicht einmal die Zuständigkeiten zwischen beiden Häusern geklärt“, moniert Lehner die bisherige Entwicklung. „Andere Länder, wie Großbritannien, haben die EU-Richtlinie schon längst umgesetzt.“

Auch für Willi Helf, den stellvertretenden AML-Vorsitzenden, gehört diese Geschichte zu den Beispielen, wie die deutsche Regierung den Unternehmen das Leben schwer macht. „Zwar reden alle vom Logistik-Wunderland Deutschland, aber konkrete Hilfe können wir Mittelständler kaum erwarten. Sei es die noch ausstehende Kompensation der Lkw-Maut in Form rückerstatteter Mineralölsteuer oder jetzt das Thema Arbeitszeiten. Da lässt man uns einfach im Regen stehen“, so Helf auf der Mitgliederversammlung.

Diese fand ansonsten bei strahlendem Sonnenschein in der piemontesischen Stadt Bra in der Nähe von Turin statt. Stammsitz des italienischen Aufbautenherstellers Rolfo, dessen Geschäftsführung die AML-Mitglieder und –Fördermitglieder zu diesjährigen „Großen AML-Mitgliederversammlung“ in seine Heimatstadt eingeladen hatte.

Quelle und Kontaktadresse:
Verein Automobillogistik im BSL e.V. (AML) Weberstr. 77, 53113 Bonn Telefon: 0228/9144029, Telefax: 0228/91440729

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