Förderpreis des Deutschen Stahlbaus 2026: Junge Perspektiven für eine starke Baukultur
(Düsseldorf) - Wenn über die Zukunft des Bauens gesprochen wird, geht es nicht nur um Materialien, sondern vor allem um die Menschen, die sie einsetzen. Die Ideen von heute werden den gebauten Raum von morgen prägen und genau deshalb kommt dem Nachwuchs eine besondere Bedeutung zu. Der Förderpreis des Deutschen Stahlbaues stellt dieses Potenzial bewusst in den Mittelpunkt. Im Rahmen des DASt-Kolloquiums 2026 in Berlin wurden erneut Arbeiten mit dem Förderpreis des Deutschen Stahlbaus ausgezeichnet, die zeigen, mit welcher Klarheit und welchem Anspruch sich Studierende und Absolventinnen und Absolventen aktuellen Herausforderungen widmen. Die eingereichten Projekte machen deutlich, dass innovative Lösungen längst gedacht werden und dass der Nachwuchs die Chance, sich einer breiten Fachöffentlichkeit zu präsentieren, aktiv nutzt und schätzt. Für den Deutschen Ausschuss für Stahlbau ist es ein zentrales Anliegen, diese Plattform auch künftig zu bieten und junge Talente gezielt zu fördern. Denn der Stahlbau lebt nicht nur von Erfahrung, sondern ebenso von neuen Perspektiven, die Forschung, Gestaltung und Konstruktion weiter zusammenführen und die Entwicklung der Branche nachhaltig vorantreiben.
Das DASt-Forschungskolloquium selbst bietet Promovierenden, Jungingenieurinnen und Jungingenieuren im Stahl-, Metall- und Verbundbau eine etablierte Plattform, um ihre Projekte vorzustellen und im fachlichen Austausch weiterzuentwickeln. Der intensive Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis schafft neue Perspektiven und stärkt das gemeinsame Verständnis für die Anforderungen an das Bauen von morgen. Auch die diesjährigen Preisträger des Kolloquiums zeigen die thematische Breite und Tiefe aktueller Forschung. Ausgezeichnet wurden Nils Rittich und Markus Feldmann von der RWTH Aachen für ihre Arbeit zur zuverlässigkeitsorientierten Charakterisierung und Klassifizierung additiv gefertigter Stahlbauteile, Kira Buchenau und Max Spannaus von der Universität der Bundeswehr München für experimentelle und numerische Untersuchungen zum Explosionsschutz kritischer Infrastrukturen sowie Marco Maibaum und Karsten Geißler von der TU Berlin für ihre messdatenbasierte Bewertung von Temperatureinwirkungen bei Bestandsbrücken. Sie stehen exemplarisch für eine Generation, die analytisch präzise und mit hoher Praxisrelevanz plant.
Für den Deutschen Ausschuss für Stahlbau ist es ein großes Anliegen, diese Plattform auch künftig zu bieten und junge Talente gezielt zu fördern. Denn der Stahlbau lebt nicht nur von Erfahrung, sondern ebenso von neuen Perspektiven, die Forschung, Gestaltung und Konstruktion weiter zusammenführen und die Entwicklung der Branche vorantreiben.
Erster Platz: Isarsteg mit Flussbad in Freising
Ein Ort, der verbindet und zugleich zum Verweilen einlädt. Mit dem erstplatzierten Entwurf gelingt es der Studentin Lojaen Shahoud von der Hochschule München, Infrastruktur, Architektur und Landschaft in ein überzeugendes Gesamtbild zu überführen. Die Arbeit zeigt, wie sich ein Brückenbauwerk weit über seine funktionale Aufgabe hinaus entwickeln kann. Im Zentrum steht eine filigrane Stahlkonstruktion als Monocoque-Hohlkasten, die mit minimalem Materialeinsatz eine Spannweite von 60 Metern stützenfrei überbrückt. Die Tragwerksidee ist klar und innovativ. Durch die Aufteilung in unterschiedliche Ebenen entsteht eine funktionale Trennung von Rad- und Fußverkehr, die gleichzeitig eine hohe räumliche Qualität erzeugt. Die Brücke wird dabei Teil eines Ensembles aus Flussbad, Steganlagen und ergänzenden Baukörpern. Architektur und Tragwerk greifen ineinander und schaffen einen Ort mit Aufenthaltsqualität. Der Einsatz wetterfesten Stahls reduziert den Wartungsaufwand und unterstreicht den nachhaltigen Ansatz. Ergänzt durch naturbelassene Materialien entsteht eine Lösung, die sich sensibel in den Naturraum einfügt und gleichzeitig ein starkes gestalterisches Statement setzt.
Zweiter Platz: Modulare Aula für die Universität Bonn
Temporär gedacht und dennoch von bleibendem Wert, so beschreibt die Laudatio den zweitplatzierten Entwurf einer studentischen Arbeitsgruppe der RWTH Aachen bestehend aus Jana Winkelmeyer, Angelina Schreyer, Bianka Oliwia Bojanowicz, Veliana Despodova, Kristin Luise Paul und Carolin Springob. Dieser beweist wie konsequent zirkuläres Bauen heute schon geplant werden kann. Die Aula ist als modularer Baukörper konzipiert, der sich flexibel an unterschiedliche Nutzungen anpassen lässt. Ein klar strukturiertes Stahltragwerk bildet die Grundlage für ein System aus vorgefertigten Holzbauelementen. Alle Bauteile sind dabei so konzipiert, dass sie einfach montiert, demontiert und an anderer Stelle wiederverwendet werden können. Besonders überzeugend für die Jury war dabei der ganzheitliche Ansatz, denn von der ersten Entwurfsidee bis zum Rückbau wird der gesamte Lebenszyklus mitgedacht. Die hohe Standardisierung ermöglicht eine effiziente Logistik und einen schnellen Bauablauf. Gleichzeitig bleibt die architektonische Qualität erhalten und das Gebäude fügt sich elegant in sein Umfeld ein und zeigt, dass temporäre Architektur weder provisorisch noch beliebig sein muss.
Die temporäre Aula basiert auf einem modularen Stahltragwerk mit vorgefertigten Holzbauelementen und steht exemplarisch für zirkuläres, rückbaubares Bauen im Hochschulkontext.
Anerkennungen für weitere Arbeiten
Neben den beiden Hauptpreisen wurden weitere Arbeiten gewürdigt, die das breite Spektrum des Stahlbaus eindrucksvoll widerspiegeln. Die ausgezeichneten Projekte reichen von architektonisch überzeugenden Entwürfen im städtebaulichen Kontext bis hin zu technisch geprägten Forschungsarbeiten. Ein Entwurf zeigt beispielhaft, wie sich Stahl als prägender Baustoff in ein bestehendes Quartier integrieren lässt und dabei sowohl konstruktiv als auch gestalterisch überzeugt. Andere Arbeiten widmen sich der Weiterentwicklung bestehender Infrastrukturen und setzen auf moderne Methoden wie Monitoring und Materialanalysen, um Bauwerke nachhaltig zu erhalten und weiter zu nutzen. Auch experimentelle Untersuchungen zu modularen Brückensystemen wurden eingereicht und zeigen, welches Potenzial in standardisierten und zugleich flexiblen Lösungen liegt.
Impulsgeber für die Branche
Der Förderpreis des Deutschen Stahlbaues zeigte auch in diesem Jahr wieder, wie eng Forschung, Lehre und Praxis miteinander verbunden sind. Die ausgezeichneten Arbeiten stehen für eine Generation, die komplexe Anforderungen als Gestaltungsaufgabe wahrnimmt und umsetzt. In einer Zeit, in der nachhaltiges Bauen, Ressourceneffizienz und Digitalisierung an Bedeutung gewinnen, kommt dem Nachwuchs eine wichtige Rolle zu und die eingereichten Projekte machten deutlich, dass innovative Lösungen längst vorhanden sind. Man muss ihnen nur die Bühne geben.
Quelle und Kontaktadresse:
bauforumstahl e.V., Lisa-Marie Niehoff, Leiter(in) Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Sohnstr. 65, 40237 Düsseldorf, Telefon: 0211 54012080
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