Frankreich erhebt Entwicklungshilfezuschlag auf Flugtickets / VCD begrüßt Ticketabgabe und fordert mehr Kostenwahrheit im Flugverkehr in Deutschland
(Berlin) - Flugreisende, die in Frankreich starten, müssen ab morgen (01. Juli 2006) eine Solidaritätsabgabe auf ihre Flugtickets bezahlen. Die Einnahmen sollen in Umwelt- und Entwicklungsprojekte fließen und vor allem Afrika zugutekommen. Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) begrüßt den französischen Vorstoß. Die reichen Industrieländer des Nordens sind Hauptverursacher des von Menschen verursachten Klimawandels, Hauptleidtragende dagegen sind die armen Länder des Südens. Da der stetig wachsende Flugverkehr einen erheblichen Anteil am Klimawandel hat, ist es nur gerecht, wenn Fluggäste einen Beitrag für die Entwicklungshilfe leisten", kommentiert der VCD-Bundesvorsitzende Michael Gehrmann die französische Abgabe.
Der Ticketaufschlag geht auf eine Initiative zur Verringerung der weltweiten Armut der so genannten Lula-Gruppe zurück. In einer gemeinsamen Erklärung vom September 2005 plädiert neben Frankreich, Algerien, Brasilien, Chile und Spanien auch Deutschland dafür, eine Solidaritätsabgabe auf Flugtickets einzuführen. Der VCD fordert die Bundesregierung auf, diesen Worten Taten folgen zu lassen und endlich auch in Deutschland mehr Kostenwahrheit im Flugverkehr zu schaffen.
Ulrich Kohnen, Flugverkehrsexperte des VCD: Es wäre immerhin ein erster Schritt, wenn die Bundesregierung dem guten französischen Beispiel jetzt zügig folgen und eine Fluggebühr zugunsten von Umwelt- und Entwicklungshilfe einführen würde. Um mehr Kostenwahrheit im Verkehr zu erreichen, sind allerdings viel weitreichendere Maßnahmen notwendig. So muss endlich die Mehrwertsteuerbefreiung für internationale Flüge aufgehoben und Flugbenzin genauso besteuert werden wie andere Treibstoffe auch."
Allein die Besteuerung von Kerosin auf innerdeutschen Flügen könnte jährlich 400 Mio. Euro für den Bundeshaushalt einbringen. Eine Mehrwertsteuer auf internationale Flüge würde weitere 500 Mio. Euro an zusätzlichen Einnahmen pro Jahr bedeuten. Damit könnte gleichzeitig der Wettbewerbsnachteil für den Schienenverkehr verringert werden, der im Gegensatz zum Flugverkehr sowohl Mehrwertsteuer als auch Mineralöl- und Ökosteuer bezahlen muss.
Quelle und Kontaktadresse:
Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), Bundesverband
Daniel Kluge, Pressesprecher
Kochstr. 27, 10969 Berlin
Telefon: (030) 2803510, Telefax: (030) 28035110
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