Pressemitteilung | Hartmannbund – Verband der Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.

Gebührenordnung für Ärzte: "Eine Neudefinition der Ziffern statt Begrenzung des Faktors"

(Berlin) - Fordert Dr. Kuno Winn, Vorsitzender des Hartmannbundes, angesichts des in den Koalitionsverhandlungen formulierten Ziels, den Steigerungsfaktor in der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) zu begrenzen.

Damit würde in zweierlei Hinsicht erneut der unreflektierte Aktionismus der Politik deutlich, empört sich Winn: "Zum Einen bedarf die überwiegend aus dem Jahr 1978 stammende Gebührenordnung zwar dringend einer Reform, da die darin enthaltenen Leistungsziffern schon lange nicht mehr den aktuellen Stand der medizinischen Versorgung wiederspiegeln", formuliert Winn und führt aus, dass damit endlich die Analogabrechnung entfallen würde und der Arzt nicht mehr kontinuierlich mit dem Vorwurf der Falschabrechnung konfrontiert würde. Zum Anderen führt Winn an, dass zumindest in Westdeutschland zehn Prozent der Patienten eines Kassenarztes privat versichert sind. Mit diesen Versicherten erzielten die Kassenärzte ein Fünftel des Honorars, was schließlich auch den GKV Patienten zu Gute käme. "Ohne diese Quersubventionierung wären heute schon einige Praxen geschlossen", macht der niedergelassene Allgemeinmediziner deutlich.

Wie drastisch sich die Absenkung der Gebührenordnung auf die Honorarsituation der Ärzte auswirken würde, macht Winn an der Gebührenordnung für Zahnärzte fest: "Würde der Steigerungsfaktor hier zum Beispiel auf zwei festgeschrieben, erhielte der Zahnarzt für einen privat Versicherten weniger Honorar als für den Kassenpatienten. Ein Verlust, der auch nicht durch eine Leistungsausweitung bei dem Patienten zu begleichen wäre, da dies bei Privatpatienten nicht möglich ist", erläutert der Verbandsvorsitzende und fordert die Politik auf, die Gebührenordnung endlich dem medizinischen "state of the art" anzupassen, anstatt über ein Einfrieren des Steigerungsfaktors zu diskutieren.

Quelle und Kontaktadresse:
Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V., Hauptgeschäftsstelle Kerstin Gorges, Pressestelle Schützenstr. 6 a, 10117 Berlin Telefon: (030) 2062080, Telefax: (030) 20620829

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