Geringfügig Beschäftigte verdrängen Stammpersonal im Einzelhandel
(Berlin) - Im vergangenen Jahr wurden 51.000 Vollzeit-Arbeitsplätze im Einzelhandel abgebaut und durch Teilzeit-Beschäftigte und insbesondere geringfügig Beschäftigte ersetzt. Damit wurde der Umsatzrückgang 2004 von rund einem Prozent wie schon in den vergangenen Jahren von einem überproportionalen Personalabbau begleitet. Zu diesem Ergebnis kommt der von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in Auftrag gegebene Branchenreport Einzelhandel für das Jahr 2004.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Unternehmen des Einzelhandels versuchen nach wie vor, auch im Personalbereich die Kosten zu drücken und dadurch der Konkurrenz Marktanteile abzunehmen, sagte Franziska Wiethold vom ver.di-Bundesvorstand und warnte vor einem ruinösen Preissenkungswettlauf: Die Beschäftigten zahlen für die Billigangebote mit ihren Jobs.
Obwohl bereits 2003 eine Zunahme der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse um über 170.000 zu verzeichnen war, wurde im vergangenen Jahr eine Gesamtzahl von 843.000 erreicht, was einer weiteren Zunahme um 1,7 Prozent entspricht. Bei den SB-Warenhäusern fallen das der Schwarz-Gruppe angehörende Unternehmen Kaufland mit über 40 Prozent geringfügig Beschäftigten und im Bereich der Warenhäuser die Woolworth GmbH mit über 60 Prozent besonders negativ auf.
Während das Arbeitszeitvolumen 2004 um 2,1 Prozent gesunken ist, stieg die Fläche, die die Verkäuferinnen zu betreuen haben, weiter an: Das macht es den Beschäftigten noch schwerer, ihren Kunden einen umfassenden Service und Beratung anzubieten", stellte Wiethold fest.
Im Einzelhandel waren Ende 2004 2,46 Millionen Menschen beschäftigt.
Quelle und Kontaktadresse:
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft e.V., Bundesvorstand
Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin
Telefon: 030/69560, Telefax: 030/69563956
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