Pressemitteilung | Handelskammer Bremen - IHK für Bremen und Bremerhaven

Geschäftsklima stabilisiert sich in Bremen auf niedrigem Niveau / Konjunkturumfrage der Handelskammer zum Frühjahr 2003

(Bremen) - Nachdem sich zum Jahresende 2002 auch in Bremen die Wirtschaftslage dem Bundestrend folgend spürbar verschlechtert hatte, zeichnet sich im Frühjahr 2003 eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau ab. Wie die aktuelle Konjunkturumfrage der Handelskammer zeigt, entwickelt sich die bremische Wirtschaft auch weiterhin besser als im Bundesdurchschnitt. Allerdings wird die wirtschaftliche Lage von der Mehrzahl der gut 190 befragten Unternehmen nach wie vor insgesamt als schlecht eingeschätzt. Die Erwartungen der Unternehmen für die nächsten Monate lassen aber auf eine Konsolidierung der Wirtschaftslage hoffen – wie jüngst auch das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung für ganz Deutschland festgestellt hat.

Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger betont: "Die Voraussetzung für eine nachhaltige Erholung der deutschen Wirtschaft wird nur gegeben sein, wenn die Bundesregierung unverzüglich Reformen einleitet, die für die Unternehmen echte Entlastungen bringen." Überlegungen wie die Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe seien kontraproduktiv, weil solche Abgaben die Betriebe in ihren Handlungsspielräumen weiter einengten, und trügen lediglich zur weiteren Verunsicherung der Wirtschaft bei.

Nach wie vor schwach bleibt die Binnenkonjunktur. Zunehmend lassen auch die Impulse aus dem Export nach. Den stärksten Rückgang der Geschäftstätigkeit verzeichnet derzeit der Groß- und Außenhandel. Insbesondere dem Binnengroßhandel macht die schleppende Inlandsnachfrage zu schaffen. Unverändert leidet der Einzelhandel unter der anhaltenden Kaufzurückhaltung der Kunden. Mehr als 60 Prozent der Einzelhändler befürchten eine weitere Verschlechterung der Situation.

Nachdem die Industriekonjunktur bereits in den vergangenen Monaten spürbar an Kraft verloren hatte, verschlechterte sich die Lage im ersten Quartal 2003 weiter. Insbesondere die Hersteller von Verbrauchsgütern hatten mit einem weiteren Rückgang ihrer Geschäfte zu kämpfen. Allerdings zeigen sie mit Blick auf die künftige Entwicklung wieder vorsichtigen Optimismus. So rechnet insbesondere das Ernährungsgewerbe angesichts besserer Exportaussichten wieder mit steigenden Umsätzen. Dagegen erwartet jeder zweite Investitionsgüterhersteller in den nächsten Monaten einen Rückgang seiner Geschäfte. Ähnlich unbefriedigend ist das Gesamtbild bei den Herstellern von Vorleistungsgütern.

Unverändert schwierig bleibt die Situation im Baugewerbe. Dennoch deutet die jüngste Konjunkturumfrage der Handelskammer darauf hin, dass sich die Stimmung im Baugewerbe und im Einzelhandel zu fangen beginnt. Zwei Drittel der Bauunternehmen gaben an, dass sich ihre Lage nicht weiter zugespitzt hat.

Einen Lichtblick für die Bremen-Konjunktur bietet wieder der Dienstleistungssektor. Dank der guten Geschäftsentwicklung im Versicherungsgewerbe sowie der vergleichsweise stabilen Entwicklung im Verkehrsgewerbe und bei den unternehmensbezogenen Dienstleistern wird die aktuelle Wirtschaftslage in diesen Bereichen als ausgeglichen beurteilt.

Die Stimmen zur Einschätzung der weiteren Konjunkturentwicklung in Bremen signalisieren insgesamt eine Konsolidierung der Wirtschaftslage. Trotzdem bleiben die Investitions- und Personalplanungen vorerst auf niedrigem Niveau.

Quelle und Kontaktadresse:
Handelskammer Bremen Am Markt 13, 28195 Bremen Telefon: 0421/36370, Telefax: 0421/3637299

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