Geschichts-Fälschung durch KI-Bilder
(Fulda) - KI-generierte Bilder und Filme zum Holocaust in den sozialen Medien sorgen für Aufregung und bedrohen die Integrität der historischen Wahrheit. Der VdA - Verband deutscher Archivarinnen und Archivare warnt vor einer Krise der Authentizität und verweist auf die besondere Rolle der Archive.
„Wenn Algorithmen die Vergangenheit neu erfinden, werden Archive erst recht zur unverzichtbaren Quelle“, so der VdA. Denn KI-Fälschungen verändern die Sehgewohnheiten und führen dazu, dass selbst echte historische Aufnahmen zunehmend angezweifelt werden. Archivische Quellen hingegen verfügen über eine nachvollziehbare Herkunftskette, fachliche Prüfung und einen klaren historischen Kontext.
Darauf weist auch Dr. Claudia Zenker-Oertel, Leiterin des Bildarchivs im Bundesarchiv in Koblenz, hin: „Archive sichern nicht nur Originale, sondern stellen sie im historischen Kontext bereit. Historische Fotografien sind einzigartige und hochrelevante Quellen. Sie belegen historische Fakten, ergänzen schriftliche Überlieferung und ermöglichen eine kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Die Fotos aus der Zeit von 1933 bis 1945 unterstützen die Forschung und Aufarbeitung von Holocaust, NS-Unrecht und Verfolgung.“ Zudem seien die Quellen eindeutig gekennzeichnet und identifizierbar: „Jedes Foto im Bundesarchiv trägt eine eindeutige Archivsignatur. Herkunft und Echtheit der Originale sind nachprüfbar und fachlich bestätigt.“
Vor den gesellschaftlichen Folgen von KI-Fälschungen warnt der VdA-Vorsitzende Dr. Michael Ruprecht: „KI-generierte Holocaust-Fälschungen markieren einen Wendepunkt: Wir erleben eine Krise der Authentizität, die das Fundament unserer Erinnerungskultur bedroht. Gegen die Beliebigkeit der KI setzen Archive die Rechtsverbindlichkeit der Quelle. Wir bewahren nicht nur Bilder, sondern auch deren Kontext und Herkunft.“ Authentizität dürfe heute nicht mehr blind vorausgesetzt werden, so Ruprecht weiter: „Sie muss gesichert und nachgewiesen werden. Das ist eine der zentralen Aufgaben der Archive und ein unverzichtbarer Beitrag zum Schutz einer glaubwürdigen Forschung und Erinnerungskultur.“
Quelle und Kontaktadresse:
Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. (VdA), Marius Auth, PR-Referent(in), Wörthstr. 3, 36037 Fulda, Telefon: 0661 2910972
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