Pressemitteilung | Bundesverband Pharmazeutisch-technischer Assistentinnen und Assistenten e.V. (BVpta)

Gesetzliche Bestimmungen an Praxis anpassen / Der Vorstand nimmt Stellung zur Diskussion

(Saarbrücken) - Die Frage „ PTA - samstags allein?“ hat sowohl bei PTA als auch bei approbierten Kollegen und Apothekenleitern starke Emotionen geweckt. Viele unterschiedliche Meinungen wurden in den Fachzeitschriften PTAheute und Deutsche Apotheker Zeitung veröffentlicht. Anhand dieser Resonanz wurde deutlich, wie wichtig es ist, dass der Vorstand des BVpta dieses Thema zur Chefsache erklärt hat. Ein unliebsames Thema, ein heißes Eisen, an das sich bisher kein Befürworter hartnäckig gewagt hat.

Für mich als Mitglied des Vorstands war die Podiumsdiskussion sehr aufschlussreich, spiegelte sie doch genau das Kernproblem dieses Themas wieder. Wer die Pro- und Contra-Argumente genau verfolgt hat, wird festgestellt haben, dass die Gegner sich lediglich auf die geltende Apothekenbetriebsordnung berufen. Seitens der Befürworter wurde aber nicht die Theorie in ihrer schönsten Form skizziert, sondern die alltägliche Praxis – und genau an diesem Punkt will der BVpta diese Diskussion angesetzt sehen!

Berufliche Qualifikation

Apothekerin Simon, Podiumsteilnehmerin für die Gegnerseite, war der Meinung, dass die Vertretungsbefugnis keine Frage des persönlichen Vermögens, sondern eine Frage der beruflichen Qualifikation sei, die wiederum von der Ausbildung abhänge. Hier muss ich Frau Simon mit aller Schärfe widersprechen. Eine fort- und weiterbildungsfreudige PTA, die seit 10 Jahren im Handverkauf steht und Patienten über Risiken, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen zu Medikamenten aufklärt, leistet fraglos einen besseren Dienst am Apothekenkunden, als ein Approbierter, der vor 20 Jahren seine Apotheke eröffnet hat und seit dem Gott einen guten Mann sein lässt! Da stellt sich doch die Frage: Wo leidet hier bitte das Ansehen der Apotheke, wenn eben diese PTA diesen Apothekenleiter für einige Stunden vertritt?

Gesetzestext und tägliche Realität

Sabine Pfeiffer, Vorsitzende des BVpta, betonte – wie viele Zuhörer aus dem Plenum auch – dass es darum gehe, eine seit Jahrzehnten bestehende illegale Handlungsweise endlich zu legalisieren. Die Tatsache, dass Apothekenleiter sich oft stundenweise von ihren PTA vertreten lassen, zeigt glasklar, dass dies nicht nur eine Forderung des BVpta ist, sondern auch von vielen Apothekenleitern gewünscht wird!

Von der Contra-Seite gab es nicht einen Lösungsvorschlag, sondern lediglich Verweise auf bestehende Gesetze – in meinen Augen ein Armutszeugnis.

Frau Simon verwies darauf, dass es ein Rechtsverstoß bleibe, wenn jemand bei rot über die Ampel fährt, auch wenn er es immer wieder tut. Recht hat sie, aber:

Wenn mein Weg den dieses „Gesetzesbrechers“ kreuzt, poche ich keineswegs auf mein Vorfahrtsrecht, nur weil meine Ampel grünes Licht zeigt. Stattdessen bremse ich, um einen Totalschaden zu vermeiden. So macht es ein Pragmatiker, auch wenn er das Gesetz auf seiner Seite hat!

Zum ADEXA – Kommentar

Apropos Totalschaden: Frau Dr. Joachimsthaler von ADEXA schreibt in ihrer Randbemerkung (PTA heute 05/06 S. 155; DAZ 12 S. 138): „Schließlich liegt es im ureigensten Interesse der Apothekenleiter, die Institution Apotheke vor Schaden zu bewahren.“ Genau darum geht es dem BVpta!

Ich bin sehr enttäuscht, dass Frau Dr. Joachimsthaler als Vertreterin für ADEXA diese wichtige Diskussion zu einer Art Wettstreit degradiert, indem sie schreibt: „Aus meiner Sicht gab es einen klaren Punktesieg für die Verfechter/innen der ablehnenden Haltung zur PTA-Vertretungsbefugnis.“ Dies ist ein Signal der ADEXA, wie wenig sie die Bedürfnisse der Befürworter ernst nimmt. Ich persönlich bin ein Verfechter für die gut beratende und topp geschulte Individualapotheke. Apotheker wie PTA sitzen hier im gleichen Boot, aber diese Tatsache scheint bei einigen noch nicht angekommen zu sein.

Zu guter Letzt erweckt Frau Dr. Joachimsthaler noch den Eindruck, der BVpta hätte die Diskussion um die Bachelor-/Master-Studiengänge „abgewürgt“. Dies finde ich ein unehrliches Verhalten! Die vorgegebene Zeit für die Podiumsdiskussion war lediglich abgelaufen. Beim Antrittsbesuch des BVpta bei ADEXA in Hamburg 2005 habe ich klar geäußert, dass sich mit der Einführung von Bachelor-/Master-Lehrgängen aus Sicht des BVpta Chancen für PTA auftun können und ich Diskussionen in diese Richtung nicht scheue. Unser Vorstandsmitglied Ulrike Knappe befasst sich eingehend mit der gesamten Thematik. Schade, dass Frau Dr. Joachimsthaler nicht besser in ihren eigenen Reihen recherchiert hat!

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Pharmazeutisch-technischer Assistentinnen und Assistenten e.V. (BVpta) Pressestelle Bismarckstr. 128, 66121 Saarbrücken Telefon: (0681) 638200, Telefax: (0681) 638311

(bl)

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