Pressemitteilung | Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW)
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Gesetzliche Krankenversicherung / Mehr Wirtschaftlichkeit tut Not

(Köln) - Die im April in Kraft getretene Gesundheitsreform krankt unter anderem daran, dass sie keine Vorsorge für den demografischen Wandel vorsieht – etwa in Form von Elementen der Kapitaldeckung. Dabei gab die Krankenversicherung der Rentner 2006 mit 3.768 Euro je Versicherten bereits dreimal so viel aus wie die allgemeine Krankenversicherung der Erwerbstätigen. Und die Ausgaben der Krankenkassen für die älteren Versicherten sind zwischen 1991 und 2006 um 62 Prozent gestiegen – gegenüber knapp 43 Prozent für die übrigen Versicherten. Ein weiterer Schwachpunkt der Reform ist, dass sie wenig Raum für ein kostenbewusstes Verhalten bietet. Zudem wird der durch die neuen Wahltarife geschaffene Wettbewerb zwischen den Kassen schon 2009 mit dem Gesundheitsfonds und dem damit verbundenen Einheitsbeitragssatz wieder ausgehebelt.

Um zu einem wirtschaftlicheren Umgang mit den knappen finanziellen Mitteln anzuspornen, sollten die einkommensabhängigen Krankenkassenbeiträge auf kostenabhängige Versicherungsprämien umgestellt werden. Der Solidargedanke bleibt in diesem Modell gleichwohl gewahrt, denn Gesunde und Kranke zahlen die gleiche Prämie, sozial Schwache werden aus Steuermitteln unterstützt und alle Versicherten haben denselben Anspruch auf medizinische Leistungen.

Jochen Pimpertz: Wettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung – Gestaltungsoptionen unter sozialpolitischen Vorgaben, IW-Positionen Nr. 28, Köln 2007, 60 Seiten, 11,80 Euro. Bestellung über Fax: 0221 4981-445 oder unter: www.divkoeln.de

Quelle und Kontaktadresse:
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) Pressestelle Gustav-Heinemann-Ufer 84-88, 50968 Köln Telefon: (0221) 4981-510, Telefax: (0221) 4981-533

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