Goldene Zeiten für den Schienenverkehr in Deutschland / Prognose: Schiene wächst 2008 erneut stärker als Straße
(Berlin) - Der Schienenverkehr wird in diesem Jahr erneut stärker wachsen als der Straßenverkehr. Das ist das Ergebnis einer am Mittwoch (13. August 2008) veröffentlichten Prognose im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums. Demnach soll die Verkehrsleistung des motorisierten Individualverkehrs (Pkw und Motorräder) 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent sinken, während die Eisenbahnen bei der Verkehrsleistung im Vergleich zu 2007 um 2 Prozent zulegen. Auch im Güterverkehr liegen die Bahnen vor dem Lkw. Laut Ministeriums-Prognose wächst die Verkehrsleistung der Güterbahnen in diesem Jahr um 5,8 Prozent, die der Lkw dagegen lediglich um 5,0 Prozent.
Die Güterbahnen gewinnen damit das fünfte Jahr in Folge Marktanteile hinzu. Der Schienenverkehr erlebt in Deutschland eine Renaissance", sagte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege am Donnerstag (14. August 2008) in Berlin. Als Gründe nannte Flege unter anderem die gestiegenen Energiepreise, die die Kunden der energieeffizienten Bahnen nicht so stark treffen wie Straßenverkehrsteilnehmer, sowie das verbesserte Angebot auf der Schiene. Seit fünf Jahren wächst der Schienengüterverkehr prozentual stärker als der Lkw-Verkehr", so der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer. Beim Personenverkehr wachse der Schienenverkehr sogar seit sechs Jahren prozentual schneller als der motorisierte Individualverkehr. Einzige Ausnahme sei das Jahr 2007 gewesen, in dem der Schienenverkehr wegen des Lokführerstreiks leicht zurückgefallen sei.
Flege: Im Vergleich zum jahrzehntelangen Marktanteils-Niedergang des Schienenverkehrs bis Mitte der 90er-Jahre erleben wir seit fünf Jahren geradezu goldene Zeiten für den Schienenverkehr in Deutschland." Der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer appellierte an die Bundesregierung, massiv und unverzüglich in die Schieneninfrastruktur zu investieren". Die Infrastruktur muss mit der gestiegenen Nachfrage Schritt halten. Bereits heute gibt es erste Kapazitätsengpässe auf der Schiene", warnte Flege. Eine Verschiebung der für den 1. Januar 2009 vorgesehenen Lkw-Mauterhöhung sei in diesem Zusammenhang völlig kontraproduktiv". Dies würde bedeuten, dass im kommenden Jahr kein einziger Kilometer Schienenstrecke neu gebaut werden kann, da ein Großteil der für die Schieneninfrastruktur vorgesehenen Mittel im Haushaltsplan 2009 an die Mauterhöhung gekoppelt ist".
Die Gleitende Mittelfristprognose für den Güter- und Personenverkehr - Kurzfristprognose für den Sommer 2008" im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums können Sie unter http://www.bvu.de/ beziehen.
Quelle und Kontaktadresse:
Allianz pro Schiene e.V.
Maren Herbst, Pressesprecherin
Reinhardtstr. 18, 10117 Berlin
Telefon: (030) 2462599-0, Telefax: (030) 2462599-29
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