Güterverkehr 2007 weiter gewachsen / VCD: Regierung muss klimaverträgliches Güterverkehrskonzept erarbeiten
(Berlin) - Das Statistische Bundesamt hat heute (16. Januar 2008) aktuelle Zahlen zur Entwicklung des Güterverkehrs im vergangenen Jahr vorgelegt. Danach ist die Transportleistung, berechnet als Produkt aus Güteraufkommen und transportierter Strecke, von rund 619 auf 661 Mrd. Tonnenkilometer angewachsen. Das entspricht einer Zunahme um knapp sieben Prozent. Besonders stark war mit acht Prozent der Anstieg auf der Straße. *Damit sind auch die Belastungen von Klima, Umwelt und Gesundheit durch den Schwerverkehr erneut gestiegen", schlussfolgert Michael Gehrmann, Bundesvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland e.V. (VCD), und fordert einen Kurswechsel in der Verkehrspolitik: *Wir brauchen jetzt verbindliche CO2-Minderungsziele für den Güterverkehr. Sonst ist diese fatale Entwicklung nicht zu stoppen."
Derzeit erarbeitet die Bundesregierung einen umfassenden »Masterplan Güterverkehr und Logistik«, zu dem der VCD bereits eine Stellungnahme abgegeben hat. Darin formuliert der Umwelt- und Verbraucherverband erheblichen Überarbeitungsbedarf. Gehrmann: *Nur wenn die Regierung ihr Konzept konsequent unter die Ziele Transportvermeidung und Verlagerung auf klimaschonende Verkehrsmittel stellt, gibt es die Chance auf eine umwelt- und gesundheitsverträgliche Entwicklung des Güterverkehrs." Bisher fehle eine nachhaltige Zukunftsstrategie im Verkehrsbereich jedoch völlig. Statt dessen nehme die Regierung horrende Wachstumsprognosen zum Anlass, immer neue Straßenprojekte aus der Taufe zu heben.
*Schon heute haben wir massive Instandhaltungsprobleme in Deutschland: Kaputte Straßen können häufig nicht mehr saniert werden, Gleisanlagen verrotten und werden abgebaut", beklagt Heidi Tischmann, Verkehrsreferentin des VCD. Dieses Problem werde sich mit dem anstehenden demographischen Wandel noch verschärfen, da in Zukunft immer weniger Erwerbstätige immer mehr öffentliche Aufgaben finanzieren müssten. Tischmann: *Wer unter diesen Bedingungen weiter auf Straßenneubau statt auf Erhalt bestehender Verkehrswege setzt, handelt fahrlässig und belastet künftige Generationen nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch über alle Maßen".
Aus Sicht des VCD ist die Eindämmung des Güterverkehrs nur über faire Wettbewerbsbedingungen und finanzielle Anreize für Vermeidung und Verlagerung zu erreichen. *Dazu gehört, dass jedem Güterverkehrsbereich nach dem Verursacherprinzip die entstehenden Kosten angelastet werden", erklärt Tischmann. Der zunehmende Verkehr in Europa verursache durch Unfälle, Straßen- und Umweltschäden mittlerweile Folgekosten in Milliardenhöhe, für die derzeit die Allgemeinheit aufkommen müsse. Neben einer gerechten und angemessen Besteuerung sei auch ein Instrument wie die Lkw-Maut geeignet, eine Wende im Güterverkehr voranzubringen. Dafür müsse die Abgabe allerdings auf alle Straßen und alle Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht ausgeweitet und schrittweise angehoben werden.
Quelle und Kontaktadresse:
Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), Bundesverband
Almut Gaude, Pressesprecherin
Kochstr. 27, 10969 Berlin
Telefon: (030) 2803510, Telefax: (030) 28035110
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