Halbjahresbilanz der DB AG / VCD fordert höhere Investitionen in Infrastruktur und Angebot
(Berlin) - Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) bewertet die gestern (18. August 2008) von der Deutschen Bahn AG vorgelegte Halbjahresbilanz mit Skepsis. Die Zuwächse bei den Fahrgastzahlen im ersten Halbjahr um rund drei Prozent seien zwar durchweg positiv zu bewerten, da sie die Auslastung der Züge erhöhten und so die Umweltbilanz der Bahn verbesserten. Doch die Umsatzsteigerungen rührten vor allem vom besonders gestiegen Güterverkehrsbereich und aus dem Ausland her, also nicht vom nationalen Personenverkehr.
Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: Ein gutes Ergebnis des Bahnkonzerns nützt Menschen und Umwelt auf Dauer nur, wenn die Infrastruktur gut gepflegt, Engpässe beseitigt und die Angebote für Reisende weiter verbessert werden. Hier brauchen wir höhere Investitionen. Wenn stattdessen Gewinne künftig vorrangig an Privatinvestoren ausgeschüttet und in internationale Logistikvorhaben investiert werden, geht das zulasten einer kunden-freundlichen und umweltverträglichen Bahn." Dringend notwendig seien vielmehr bessere Verbindungen in der Fläche und eine fortlaufende Erneuerung des Fuhrparks, beispielsweise bei den Intercitys und im Bereich Güterverkehr.
Nach Ansicht des VCD muss es oberstes Ziel der DB AG sein, neu gewonnene Kundinnen und Kunden zu halten. Außerdem könne das Unternehmen angesichts hoher Spritpreise weiterhin von der wachsenden Umsteigebereitschaft vieler Autofahrer und Autofahrerinnen profitieren. Die turnusmäßig angekündigte Preiserhöhung im Dezember ist dafür allerdings mit Sicherheit das falsche Signal", urteilt Heidi Tischmann, VCD-Verkehrsreferentin. Ziel der Bahn wie auch der Politik müsse es sein, den Anteil der Schiene am Verkehr dauerhaft zu erhöhen. Bisher sei die Verkehrsleistung im Schienenfernverkehr seit der Bahnreform von 1994 nicht gestiegen.
Nach Ansicht des Umwelt- und Verbraucherverbandes VCD steht zu befürchten, dass sich negative Trends mit der Teilprivatisierung im Herbst verstärken. Die Gewinnerwartung der Investoren erhöhe den Druck auf den Konzern, Geld zu verdienen, weniger lukrative Verbindungen zu streichen und Fahrpreise weiter anzuheben. Das würde jedoch eine Abwärtsspirale für Angebot und Nachfrage im Schienenverkehr bedeuten", warnt Tischmann. Deshalb muss die Bundesregierung jetzt klare Mindeststandards im Fernverkehr definieren und dafür sorgen, dass sie erfüllt werden. Eine Schrumpfbahn, die sich auf wenige Hochgeschwindigkeitsstrecken konzentriert, erfüllt jedenfalls nicht die Anforderungen einer nachhaltigen Verkehrspolitik."
Quelle und Kontaktadresse:
Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), Bundesverband
Daniel Kluge, Pressesprecher
Kochstr. 27, 10969 Berlin
Telefon: (030) 2803510, Telefax: (030) 28035110
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