Handwerk: Bildungsstudien geben keinen Anlass für Hurra-Geschrei
(Stuttgart) - Die Ergebnisse der Bildungsstudien IGLU und PISA seien für Deutschland sicher auf den ersten Blick erfreulich, sagte der Präsident des Baden-Württembergischen Handwerkstages (BWHT), Joachim Möhrle, aber er sehe keinen Anlass für Hurra-Geschrei. Die Hausaufgaben seien längst noch nicht erledigt. Er vermisse nach wie vor klare Aussagen der Landesregierung, wie wir ein Bildungssystem entwickeln können, das den Anforderungen der Zukunft entspricht.
Es reiche bei weitem nicht aus, gebannt auf das Ranking in der Pisa-Studie zu starren, wie die Schlange auf das Kaninchen. Möhrle: Richtschnur muss der zukünftige Bedarf sein und nicht die Frage, ob wir um zwei oder um drei Plätze noch vorne rutschen. Wie Finnland und Kanada hat auch Deutschland beim Testschwerpunkt Naturwissenschaften deutlich bessere Ergebnisse erzielt, als bei dem zurückliegenden Test, der den deutschen Schülern in der Lese- und Rechenfähigkeit ein unbefriedigendes Mittelmaß attestierte. Dies dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Unterschied zu den beiden anderen Ländern bestehen bleibe und die Kompetenzergebnisse für beide Fachbereiche in Finnland und Kanada nach wie vor wesentlich höher lägen als in Deutschland. Finnische Schüler haben zudem in den Naturwissenschaften einen Wissensvorsprung von eineinhalb Jahren vor deutschen Schulkindern. Möhrle: Ein hochentwickeltes Land wie Deutschland kann sich doch nicht allen Ernstes mit einer leichten Verbesserung zufrieden geben, während gleichzeitig der Abstand zur OECD-Spitze weiterhin so groß ist.
Der Handwerkstag anerkenne, dass mit zahlreichen Einzelmaßnahmen, die an den Unterrichtsprozessen ansetzten, partielle Verbesserungen erzielt worden seien. Wer Prozesse verändere, muss aber auch die Strukturen anpassen. Es gebe keinen einzigen vernünftigen Grund, der dafür spricht, dass dies ausgerechnet im Schulwesen anders sein solle. In der jüngsten IGLU-Studie sei erneut sichtbar geworden, dass in dieser Schulart, die gute Ergebnisse erzielt und in der noch alle Kinder gemeinsam unterrichtet werden, vor allem die Kompetenzspreizung wesentlich geringer sei als bei dem darauf aufbauenden gegliederten Schulsystem. Aus Sicht des Handwerkstages spreche alles für eine längere gemeinsame Schulzeit: Wir müssen die in der Schulstruktur liegenden Möglichkeiten besser ausschöpfen.
Quelle und Kontaktadresse:
Baden-Württembergischer Handwerkstag (BWHT)
Eva Hauser, Referentin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Heilbronner Str. 43, 70191 Stuttgart
Telefon: (0711) 26 37 09-0, Telefax: (0711) 263709-100
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