Pressemitteilung | Baden-Württembergischer Handwerkstag e.V.
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Handwerk in Baden-Württemberg: Konjunktur leicht abgekühlt

(Stuttgart) - Die konjunkturelle Entwicklung im baden-württembergischen Handwerk hat im vierten Quartal 2007 nicht das hohe Niveau der Vorquartale halten können. „Trotzdem ist die Geschäftslage nach wie vor ordentlich bei gleichzeitig positiven Erwartungen für das nächste Quartal“, teilte der Präsident des Baden-Württembergischen Handwerkstages (BWHT), Joachim Möhrle, mit.

Der BWHT-Indikator bewegte sich im letzten Quartal weiterhin auf hohem Niveau (+20,5); wenngleich er den Anschluss an das Vorjahr (+28,4) verpasste. Verantwortlich hierfür, erklärte Möhrle, sei vor allem das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe, bei dem sich das Ausklingen der Vorzieheffekte infolge des Wegfalls der Eigenheimzulage negativ bemerkbar machte. Allerdings verloren auch die anderen Handwerksgruppen – und dabei besonders das Kfz-Gewerbe – etwas an Boden. Eine Ausnahme bildet das Gesundheitshandwerk mit einem leichten Anstieg des Indikatorwertes.

Möhrle: „Das Handwerk im Land lässt sich den Mut nicht nehmen und blickt weiterhin positiv in die Zukunft.“ Dies lasse sich klar an der Investitionstätigkeit ablesen: Gut 60 Prozent der Handwerksbetriebe haben im vierten Quartal Investitionen durchgeführt und rund 50 Prozent beabsichtigen, dies zu tun. Allerdings haben sich die Auftragsbestände und die Betriebsauslastung besser entwickelt als die erzielten Umsätze, was die Betriebe in diesem Punkt eher verhalten in die Zukunft blicken lässt. Lediglich gut 14 Prozent der Handwerksbetriebe im Land gehen von steigenden Umsätzen aus. Auch schlägt sich die bessere Auslastung nicht in den Erträgen der Unternehmen nieder. Den Grund hierfür vermutet Möhrle in der Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreisen. Mehr als zwei Drittel der Handwerker berichteten über steigende Einkaufspreise, während nicht einmal jeder sechste Betrieb diese Steigerungen in seine Verkaufspreise überwälzen konnte. Das sei möglicherweise auch die Ursache dafür, dass der Beschäftigungsaufbau der letzten Quartale zum Stillstand gekommen sei, so Möhrle. In den meisten Handwerksgruppen schrumpfte die Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Herbst. Dies gehe freilich weitgehend auf das Konto des Bau- und Ausbaugewerbes.

Generell komme der Aufschwung nur in Teilen des Handwerks an, fügte Möhrle hinzu. Gerade die kleinen Betriebe profitierten nur begrenzt vom bisher guten Konjunkturverlauf, wohingegen Betriebe mit mehr als zehn Angestellten von den positiven Wirkungen erfasst würden. Abzuwarten bleibe, ob die optimistischen Erwartungen der Betriebe für das nächste Quartal von den jüngsten Entwicklungen auf den Finanzmärkten tangiert werden und sich dadurch die Konsumlaune eintrübe. Gerade jetzt komme es darauf an, mit einer klaren wirtschaftspolitischen Strategie die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen. Und das heiße vor allem: „Höhere tatsächliche Einkommen für die Bürger durch Entlastungen bei der Einkommensteuer.“ Neben der Verringerung der Steuer- und Abgabenlast gehörten dazu auch positive Regelungen bei der Reform der Erbschaftssteuer sowie neue Impulse für die Inlandsnachfrage. Letzteres könnte beispielsweise eine Erhöhung des Steuerbonus auf Handwerksleistungen auf 25 Prozent oder eine Ausdehnung des energetischen Gebäudesanierungsprogramms auf gewerbliche und öffentliche Bauten sein. Ein Steuerbonus bedeute mehr Flexibilität für die Privathaushalte und würde zusätzlichen Schub im Handwerk bringen. Der jetzt bei 20 Prozent liegende Steuerbonus biete nach der Mehrwertsteuererhöhung auf 19 Prozent nicht mehr ausreichend Anreiz, bei kleineren Aufträgen legale Arbeit der Schwarzarbeit vorzuziehen.

Die aktuelle Quartalsumfrage führte das Wirtschaftsforschungsinstitut Creditreform im Auftrag des Handwerkstages (BWHT) durch. Der BWHT-Konjunkturindikator setzt sich aus der Geschäftslage und den Geschäftserwartungen zusammen und spiegelt damit die Stimmungslage in den Betrieben wider.

Das Handwerk in Baden-Württemberg: 128.000 Betriebe, 760.000 Beschäftigte,. 57.300 Auszubildende, 63 Milliarden Euro Umsatz.

Quelle und Kontaktadresse:
Baden-Württembergischer Handwerkstag (BWHT) Dr. Hartmut Richter, Hauptgeschäftsführer Heilbronner Str. 43, 70191 Stuttgart Telefon: (0711) 26 37 09-0, Telefax: (0711) 263709-100

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