Pressemitteilung | Baden-Württembergischer Handwerkstag e.V.
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Handwerkskonjunktur: Optimismus trotz deutlicher Bremsspuren

(Stuttgart) - Der Start ins Jahr 2008 weist für das baden-württembergische Handwerk deutliche Schatten auf. Während sich zu Jahresbeginn 2007 noch 43,3 Prozent der Handwerker mit der gegenwärtigen Geschäftslage zufrieden zeigten, waren es im ersten Quartal 2008 nur noch 36,2 Prozent. Jeder fünfte Betrieb berichtet über einen schwachen Geschäftsverlauf.

„Im Vergleich zum Vorjahresquartal rutscht damit der aktuelle Lageindex im baden-württembergischen Handwerk von +24,9 auf 14,0 ab“, teilte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle mit. Außer den Handwerksgruppen Gesundheit und Nahrungsmittel, die von einem niedrigen Niveau aus starteten, befinden sich die Konjunkturindikatoren sämtlicher Handwerksgruppen im Rückwärtsgang, bleiben aber noch im positiven Bereich. Besonders schlecht laufen die Geschäfte momentan im Kfz-Handwerk und im Bauhauptgewerbe. In diesen beiden Handwerksgruppen überwiegt der Anteil der Negativbewertungen. „Die Kfz-Betriebe spüren noch immer die Kaufzurückhaltung der Verbraucher, im Bauhandwerk macht sich der Einbruch des Wohnungsneubaus dramatisch bemerkbar“, erklärte Möhrle. Selbst das Zulieferhandwerk als Spitzenreiter musste deutlich Federn lassen.

In ihren Prognosen sind die Betriebe jedoch weiterhin zuversichtlich. Möhrle: „Das gleicht die schwachen Lageeinschätzungen zum Teil wieder aus.“ Der Erwartungsindex sank von plus 52,0 auf plus 41,2 zwar ab, hielt aber ein gegenüber der Lageeinschätzung weiterhin hohes Niveau. Der sich aus Lage und Erwartung zusammensetzende Gesamtindex blieb somit mit 27,2 Punkten um mehr als zehn Punkte unter dem Index des Vorjahresquartals.

Saisonüblich kam es im ersten Quartal 2008 zu keinem Aufbau von Arbeitsplätzen, für das zweite Quartal melden die meisten Branchen dagegen einen leicht steigenden Personalbedarf.

„Die Binnenkonjunktur ist bisher nicht erkennbar angesprungen“, stellte der Landeshandwerkspräsident fest. Ein weiteres Abwarten, ob der private Konsum von alleine durchstarte, hält Möhrle für nicht ausreichend. Ohne flankierende Maßnahmen durch die Politik werde diese Hoffnung vergeblich bleiben. Möhrle: „ Abgaben und Steuern auf die Löhne müssen runter, das lässt den Arbeitnehmern mehr für den Konsum im Geldbeutel.“ Gleichzeitig werde damit der Druck auf die unverhältnismäßig starke Steigerung der Bruttolöhne abgebaut. Dies sei die zentrale Stellschraube, an der die Politik drehen müsse.

Quelle und Kontaktadresse:
Baden-Württembergischer Handwerkstag (BWHT) Dr. Hartmut Richter, Hauptgeschäftsführer Heilbronner Str. 43, 70191 Stuttgart Telefon: (0711) 26 37 09-0, Telefax: (0711) 263709-100

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