Handwerkstag: Landesregierung darf Debatte um Schulstruktur nicht aussitzen
(Stuttgart) - Während die Schülerzahlen an den Gymnasien nach den neuesten Zahlen des Statistischen Landesamtes einen Höchststand erreichten, geraten die Hauptschulen im Land immer weiter ins Hintertreffen. Der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) sieht nicht nur die Zukunft junger Menschen in Gefahr, sondern auch die Zukunft vieler Handwerksbetriebe im Land. Hauptgeschäftsführer Hartmut Richter: Ohne qualifizierten Nachwuchs geht schlicht gar nichts.
Die Entwicklung der Schülerzahlen an den Schularten spreche Bände und lege die Vermutung nahe, dass die Landesregierung die Debatte um das dreigliedrige Schulsystem schlicht und einfach aussitzen wolle, sagte Richter. An vielen Hauptschulen werde zweifelsohne exzellente Arbeit geleistet. Der Drang zur weiterführenden Schule werde aber anhalten und dies bedeute über kurz oder lang, dass sich immer mehr Städte und Gemeinden Schulen mit so geringen Schülerzahlen nicht mehr leisten könnten. Die Akzeptanz bei den Eltern und immer stärker auch in der Wirtschaft fehle. Dies belege auch die Tatsache, dass bei einem Viertel der Eltern, deren Kind eine Empfehlung für den Besuch einer Hauptschule bekommen habe, die Grundschulempfehlung nicht mit dem Elternwunsch übereinstimme. In der Tat löse sich auf diese Weise die Frage der Zukunft der Hauptschule praktisch von alleine. Richter:Und dies auch noch ohne ideologisches Terrain freigeben zu müssen. Mit aktiver Politikgestaltung habe dies aber wenig zu tun.
Wenn es um die Zukunft junger Menschen gehe, sei mehr Mut zu Veränderungen gefordert, betonte Richter und drängte erneut auf ein längeres gemeinsames Lernen und individualisierte Förderung. Die immer wieder neuen Ansätze zur Reform der Hauptschule seien zwar löblich, aber unterm Strich bis zum heutigen Tage ohne greifbaren Erfolg. Das Handwerk stelle seine Forderung nach einer neuen Lernkultur an den Schulen und das Überdenken des Systems nicht aus dem hohlen Bauch heraus. Denn gerade das Handwerk sei auf qualifizierte Bewerber aus den Hauptschulen angewiesen, aus denen sich nach wie vor der Großteil seines Nachwuchsbedarfs rekrutiere. Kein anderer Wirtschaftszweig habe so darunter zu leiden, dass viele Hauptschulabsolventen den steigenden Qualifikationsanforderungen nicht mehr gewachsen seien. Viele Politiker hätten das Problem erkannt, aber leider nicht in allen Parteien.
Quelle und Kontaktadresse:
Baden-Württembergischer Handwerkstag (BWHT)
Dr. Hartmut Richter, Hauptgeschäftsführer
Heilbronner Str. 43, 70191 Stuttgart
Telefon: (0711) 26 37 09-0, Telefax: (0711) 263709-100
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