Hausgerätemarkt in Deutschland trotzt der Finanzkrise / Weltweiter Abschwung bremst den Export
(Frankfurt am Main) - Trotz Finanzkrise ist die Nachfrage nach Elektro-Hausgeräten im Jahr 2008 gestiegen. Der Gesamtumsatz klettert 2008 um drei Prozent auf sieben Mrd. Euro zu Herstellerpreisen, teilt der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie mit. Die kleinen Hausgeräte haben mit einem Plus von fünf Prozent besser abgeschnitten als die Großgeräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke mit einem Zuwachs von drei Prozent. Die Zahl der Arbeitsplätze ist bei 43.000 in etwa konstant geblieben. Deutschland ist damit ein wichtiger Fertigungsstandort für Hausgeräte.
"Der Inlandsmarkt für Haushalt-Großgeräte zeigt sich bisher robust. Das Umsatzwachstum kommt dabei nicht von höheren Stückzahlen, sondern von der gewachsenen Nachfrage nach hochwertigen Geräten. Qualitätsbestimmende Merkmale wie Verarbeitung, Energie-Effizienz oder Komfort sind für den Verbraucher beim Hausgerätekauf wichtiger geworden", sagt Dr. Reinhard Zinkann, Mitglied des ZVEI-Vorstands und Sprecher der Hausgeräte-Fachverbände.
"Die Strompreise steigen weiter. Die Käufer interessieren sich deshalb verstärkt für effiziente Haushalt-Großgeräte", erläutert Zinkann. "Sie wollen Energiekosten sparen ohne auf erstklassige Gebrauchseigenschaften zu verzichten. Hersteller mit einem passenden Angebot haben davon profitiert." Kühl- und Gefriergeräte der Effizienzklasse A++ benötigen etwa 40 Prozent weniger Energie als vergleichbare Geräte der Klasse A. Wäschetrockner mit Wärmepumpentechnik reduzieren den Stromverbrauch im Vergleich zu anderen Trocknern um fast die Hälfte.
Auf ein erfolgreiches Jahr blicken die Hersteller der kleinen Hausgeräte zurück. Georg Walkenbach, Vorsitzer des Fachverbands Elektro-Haushalt-Kleingeräte im ZVEI, zeigt sich sehr zufrieden: "Unser Geschäft profitiert von starken Trends zu Kaffeeautomaten, Wellness-Geräten und gesunder Ernährung. Von Beautyshows bis zu Kochsendungen - überall kommen Kleingeräte zum Einsatz. Das weckt zusätzliches Interesse bei den Verbrauchern und hilft dem Handel beim Verkaufsgespräch". Die Umsätze mit Kleingeräten in Deutschland steigen nach ZVEI-Angaben im Jahr 2008 um rund fünf Prozent auf zwei Mrd. Euro zu Herstellerabgabepreisen.
Trotz der schleppenden Baukonjunktur vermelden auch Hersteller von Elektro-Hauswärmetechnik ein leichtes Plus im Inlandsgeschäft. Die Branche profitiert von dem starken Trend zur Energie-Effizienz. Bauherren und Renovierungswillige setzen immer stärker auf erneuerbare Energien, das hat besonders den Absatz von Wärmepumpen mit einem Plus von fast 20 Prozent beflügelt.
Das Auslandsgeschäft mit Hausgeräten wird dagegen vom weltweiten Wirtschaftsabschwung gebremst. Deshalb rechnet die Branche in diesem Jahr mit einem Exportrückgang von bis zu drei Prozent auf 6,8 Mrd. Euro. "In Nordamerika und in wichtigen westeuropäischen Abnehmerländern wie Großbritannien, Italien oder Spanien ist der private Konsum eingebrochen", beschreibt Zinkann die Situation. "Diese Auswirkungen konnten auch nicht mit einem guten Export nach Osteuropa und Asien ausgeglichen werden, zumal sich auch dort das Wachstum deutlich abschwächt. Eine Besserung im nächsten Jahr erwarte ich nicht." Der ZVEI prognostiziert für das Jahr 2009 einen weiteren Rückgang der Hausgeräte-Exporte um drei bis vier Prozent.
Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI)
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