HDS/L Symposium bewegt die Branche - 100 Gäste kamen nach Frankfurt
(Frankfurt am Main) - Coole Location. Exklusive Einsichten. Zukunftsweisende Themen. Rund 100 Gäste aus Industrie, Handel, Messe- und Medienlandschaft kamen am 24. Juni in die 38. Etage der UBS im Opernturm in Frankfurt, um beim HDS/L Symposium Anregungen und Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft zu erhalten. Unter dem Motto „Wurzeln und Wandel. Tradition und Vision.“ erhielten die Teilnehmer exklusive Einblicke in aktuelle, weltbewegende Themen und pragmatische Tipps für den Geschäftsalltag. Im Rahmen seiner Begrüßung stellte der HDS/L Vorsitzende Carl-August Seibel die Charakteristika der Schuh- und Lederwarenbranche heraus: „Zwischen dem Bewahren und ständigem Erneuern entsteht ein spannendes Zusammenspiel. Und das nahezu täglich. Unsere Wurzeln geben uns Stärke, die wir brauchen, während der Wandel immer wieder neue Perspektiven eröffnet.“ Er appellierte an die die Branche mit mehr Mut und Entschlossenheit voranzugehen und in Attraktivität und Wertigkeit der Produktpräsentation zu investieren. „Wir haben den Auftrag, die Wertigkeit und Schönheit unserer Produkte herauszustellen und den Konsumenten zu vermitteln. Erst recht in einer Zeit, in der die Krise zu Tagesgeschäft geworden ist, die Verbraucher verunsichert sind und die Konsumfreude nachlässt.“
Das sind nicht die einzigen Herausforderungen. Geopolitische und unzählige regulatorische Themen belasten die Unternehmen. Sie binden personelle und finanzielle Ressourcen. „In diesen Zeiten werden die Stärken eines Verbandes besonders wirksam und sichtbar. Unsere Leistungen und der Austausch bieten erheblichen Mehrwert für unsere Mitglieder“, betonte HDS/L Hauptgeschäftsführer Torben Schütz.
Risiken, Herausforderungen, Chancen
Das HDS/L Symposium bot viele Impulse, neu zu denken und appellierte gleichzeitig an die Unternehmen, sich frühzeitig mit dem „Worst Case Szenario“ auseinanderzusetzen. Oberstleutnant Tillmann Engel vom Landeskommando Hessen der Bundeswehr skizzierte den „worst case“ eines bevorstehenden Krieges und setzte militärische und wirtschaftliche Aspekte in direkten, engen Zusammenhang. Den Operationsplan Deutschland im Kontext von Gesamtverteidigung auf Wirtschaft und Arbeitgeber im Blick, richtete er einen deutlichen Appell an die Unternehmer: „Sie müssen Risiken frühzeitig erkennen und in Ihre Geschäftsstrategie integrieren. Seien Sie vorbereitet. Sie müssen Krieg üben.“ Einen Online-Resilienz Check mit konkreten Empfehlungen gab Engel den Gästen gleich mit auf den Weg. „Testen Sie die Krisenfestigkeit Ihres Unternehmens. Mindestens 60 Punkte sollten Sie erreichen!“ Auch der folgende Beitrag stimmte die Gäste nicht optimistischer. Nico Lange von der Münchener Sicherheitskonferenz fragte sich, ob und wie Deutschland in der neuen Welt der Geopolitik bestehen kann. Lange betonte, dass der Einsatz von KI und insbesondere Dual-Use-KI unabdingbar sind, um sich geopolitisch durchsetzen zu können. In einer Welt, die einerseits von weniger Wachstum geprägt und andererseits zu abhängig von (amerikanischen und chinesischen) Technologien ist, empfahl er die Erstellung einer Liste von Do & Use bezüglich geopolitischer Strategien. Sein Credo: „Europa wird Putin besiegen und in seine Grenzen zurückdrängen müssen!“ Von der Sicherheitspolitik wechselte das HDS/L Symposium ins internationale Finanzwesen. Dr. Constantin Bolz von der UBS beschäftigte sich in seinem Vortrag mit Themen, die aktuell die Weltwirtschaft in Atem halten: Handelskrieg, deutsches Fiskalpaket, Iran-Krieg – wo stehen wir? Der Finanzexperte machte den Teilnehmern Mut. „Der Großteil des US-Handelskriegs liegt hinter uns. Auch beim deutschen Fiskalpaket ist der positive Einfluss sichtbar und beim Iran-Krieg geht der Weg in Richtung Deeskalation.“
Preise, Nachfolge und eine echte Premiere
Der zweite Teil des HDS/L Symposiums stand im Zeichen von spannenden Talks und der Verleihung des HDS/L Junior Awards 2026. Designerin Anna-Lena Hentschel wurde für ihre ebenso fantasievolle wie durchdachte Kreation „Reflow“ als Gewinnerin des diesjährigen Awards zum Motto „Preppy Look. Leinen los für Bootsschuhe & Co“ ausgezeichnet (siehe separate Pressemitteilung des HDS/L).
Eine echte Premiere und einen Blick über die Landesgrenzen hinaus ermöglichte der anschließende „Presidents Talk“. Giovanna Ceolini, Präsidentin des italienischen Schuhherstellerverbands Assocalzaturifici, diskutierte mit ihrem deutschen Kollegen Carl-August Seibel (HDS/L Vorsitzender) über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den beiden Schuhländern. Der Talk zeigte: Ob in Italien oder Deutschland – beide Nationen haben vieles gemeinsam. Probleme, aber auch Erfolgsstorys. Typisch für beide Länder ist die mittelständisch geprägte Schuhbranche. Häufig handelt es sich, nicht nur bei Schuhen, auch in der Mode- und Lederwarenbranche, um traditionsreiche Familienunternehmen. Diese Unternehmen stehen für Kontinuität, Verantwortung und langfristiges Denken. Doch was ist, wenn ein Generationenwechsel ansteht? Dann beginnt für viele Betriebe eine der wichtigsten Phasen ihrer Geschichte. Denn die Unternehmensnachfolge ist weit mehr als eine formale Übergabe – sie betrifft strategische Entscheidungen, familiäre Beziehungen, Emotionen und die Frage, wie Tradition und Innovation miteinander verbunden werden können. Wie gelingt ein erfolgreicher Übergang? Welche Herausforderungen begegnen der abgebenden und der nachfolgenden Generation? Und welche Chancen ergeben sich daraus für Unternehmen, Kunden und Mitarbeitende? Über diese Fragen diskutierte Dr. Claudia Schulz (HDS/L) mit Josefine Jost (Jost Bags) und Franziska Seibel (Josef Seibel Schuhfabrik). Ihr Fazit: Respekt, Vertrauen und die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen sind Grundvoraussetzungen einer erfolgreichen Unternehmensnachfolge.
Das Finale des HDS/L Symposiums wurde von Carsten Lotz mit wertvollen Denkanstößen bestritten. Der Autor, Philosoph und Theologe fragt: „Kann Intelligenz künstlich sein?“ In seinem Vortrag beleuchtete er den Unterschied zwischen Menschen und Maschinen im Laufe der Geschichte. Sein Credo: „Computer halluzinieren, werden aber immer besser.“ Allerdings habe die KI kein Weltverständnis. Der wohl größte Unterschied aus seiner Sicht: Die Maschine hat keine individuelle Schiene. Anders gesagt: der Mensch würfelt nicht, sondern trifft Entscheidungen. Lotz appellierte an die Gäste, Verantwortung zu üben und vernünftig zu reden. Es sei höchste Zeit, anders zu denken und zu handeln. Auch Schwächeln sei menschlich. Und nicht verkehrt“.
Quelle und Kontaktadresse:
HDS/L Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie - Bundesgeschäftsstelle, Torben Schütz, Hauptgeschäftsführer(in), Wallstr. 58-59, 10179 Berlin, Telefon: 030 72622034
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