Hinausschieben der Pensionierungsgrenze auf 67 Jahre im Lehrerbereich sehr problematisch / Meidinger: Zeit im Schuldienst zählt doppelt
(Berlin) - Sehr kritisch hat sich der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, zu Plänen und gesetzlichen Regelungen in einzelnen Bundesländern wie Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg geäußert, das Pensionsalter für Beamte und damit auch für Lehrerinnen und Lehrer schrittweise auf 67 Jahre anzuheben. Er betonte: Wir haben schon jetzt eine deutliche Überalterung der Kollegien, der deutsche Lehrer ist durchschnittlich fast 50 Jahre alt. Dazu kommt, dass die Belastungsfaktoren im Schuldienst in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind. Kinder zu unterrichten ist heute oft Schwerstarbeit. Die Zeit im Schuldienst zählt doppelt, sie kostet nämlich mehr Nerven als in vielen anderen Berufen! Lehrkräfte befinden sich immer im 'pädagogischen Fronteinsatz. Meidinger verwies auf zahlreiche medizinische und psychologische Studien der letzten Jahre, die die besondere Belastungssituation von Lehrerinnen und Lehrern ausführlich dokumentiert hätten. Auch sei es aus pädagogischen Gründen wichtig, dass der Altersunterschied zwischen Schülern und Lehrern nicht zu weit auseinanderklaffe.
Der Verbandsvorsitzende plädierte dafür, entweder darüber nachzudenken, Lehrkräfte ähnlich wie andere besonders belastete Berufsgruppen wie Polizisten und Feuerwehrleute aus der Verlängerung generell herauszunehmen oder sie in den letzten 10 Dienstjahren so stark stundenmäßig zu entlasten, dass ein gleitender Übergang in den Ruhestand ermöglicht werde. Die Vorstellung, dass vornehmlich Lehrerinnen und Lehrer im Oma- und Opa-Alter Schülerinnen und Schüler auf Klassenfahrten begleiten sowie Endsechziger im Sportunterricht den Radschlag vorführen müssen, darf nicht Wirklichkeit werden!, bekräftigte Meidinger und verwies darauf, dass in kaum einem anderen Industrieland Lehrkräfte über das 65. Lebensjahr hinaus unterrichten müssten.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Philologenverband e.V. im DBB
Eva Hertzfeldt, Pressesprecherin
Friedrichstr. 169-170, 10117 Berlin
Telefon: (030) 40816781, Telefax: (030) 40816788
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