Pressemitteilung | Pharma Deutschland e.V.
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Höhere Steuern auf Tabakprodukte und zuckerhaltige Lebensmittel: doppelte Dividende für die Gesundheitsvorsorge

(Berlin) - Pharma Deutschland begrüßt die aktuelle Debatte über höhere Steuern auf Tabakprodukte und zuckerhaltige Lebensmittel. Der Verband ruft die Politik dazu auf, solche Maßnahmen unverzüglich auf den Weg zu bringen.

Pharma-Deutschland-Hauptgeschäftsführerin Dorothee Brakmann betont: "Es ist angesichts der kritischen Lage, in der sich unsere Gesundheitsfinanzierung befindet, unerklärlich, warum die Steuern auf Tabak und Zucker nicht längst schon erhöht sind. Es ist widersinnig, Milliarden für die Behandlung vermeidbarer Krankheiten auszugeben, aber auf ein Instrument zu verzichten, das gleichzeitig Verhalten lenkt und das Gesundheitssystem mitfinanziert. Dass Deutschland ein Steuerparadies für gesundheitsschädliche Produkte ist, muss endlich aufhören."

Pharma Deutschland spricht sich dafür aus, Tabak- und Zuckersteuern in eine Gesamtstrategie zur Stärkung von Prävention und Gesundheitsfinanzierung einzubetten. Zusätzliche Steuereinnahmen könnten zielgerichtet in Präventionsprogramme, Gesundheitsaufklärung und eine bessere Versorgung chronisch Erkrankter fließen. Auch Fachärztinnen und Fachärzte sowie die Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen haben deshalb wiederholt gefordert, Tabak- und Zuckerabgaben auszuweiten und für Gesundheitszwecke zu reservieren. Dazu gehören aus Sicht des Verbandes eine konsequente Zweckbindung der Mehreinnahmen für Gesundheitszwecke, transparente Evaluationsmechanismen und eine enge Einbindung von Wissenschaft und Selbstverwaltung.

Aktuelle Studien zeigen, dass höhere Steuern auf Tabak und Zucker den Konsum spürbar senken und damit Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmte Krebserkrankungen reduzieren können. Eine Zuckerabgabe auf Softdrinks kann laut Modellierungen in Deutschland den Zuckerkonsum pro Kopf senken, das Risiko für Übergewicht und Typ-2-Diabetes verringern und in der Folge Milliardenkosten im Gesundheitswesen vermeiden. Zugleich heben höhere Preise die Einstiegshürde für Jugendliche an und setzen einen starken Anreiz, Konsumgewohnheiten zu überdenken - zum Beispiel bei zuckerhaltigen Softdrinks im Alltag. So können finanzielle Lenkungswirkungen das individuelle Verhalten unterstützen, ohne Verbote auszusprechen.

In mehreren europäischen Staaten sind Tabaksteuern und Abgaben auf zuckerhaltige Getränke bereits deutlich höher als in Deutschland und werden gezielt für gesundheitspolitische Zwecke eingesetzt. Beispiele aus Großbritannien und Frankreich zeigen, dass höhere Verbrauchsteuern auf klar gesundheitsgefährdende Produkte in anderen europäischen Ländern längst als doppelte Dividende mit echter Lenkungswirkung verstanden werden: Sie reduzieren Krankheitsrisiken und schaffen zugleich finanzielle Spielräume für Prävention und Versorgung.

Quelle und Kontaktadresse:
Pharma Deutschland e.V., Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführer(in), Ubierstr. 71-73, 53173 Bonn, Telefon: 0228 957450

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