Pressemitteilung | Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA)
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Hoher Krankenstand bremst die wirtschaftliche Erholung – bis zu 160 Milliarden Euro Wertschöpfung verloren

(Berlin) - Die deutsche Wirtschaft kommt weiterhin nicht von der Stelle. Neben globalen Unsicherheiten und strukturellen Herausforderungen bremst seit 2022 ein zusätzlicher Faktor: Beschäftigte in Deutschland sind deutlich häufiger krank als in den Jahren zuvor – und auch häufiger als in vielen anderen Ländern. Seit vier Jahren liegt der Krankenstand auf einem überdurchschnittlichen Niveau; unterm Strich entspricht das einem Verlust von bis zu 160 Milliarden Euro an Wirtschaftsleistung.

Eine Auswertung für die neueste Ausgabe des MacroScope Pharma Economic Policy Briefs zeigt zugleich: Selbst, wenn ein Teil des sprunghaften Anstiegs auf eine bessere statistische Erfassung zurückgeht, bleiben erhebliche reale Ausfälle – mit Folgen für Unternehmen, Beschäftigung, Steuereinnahmen und Sozialbeiträge

„Die vielen Krankmeldungen sind in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage doppelt schmerzhaft: Sie belasten kurzfristig die Wirtschaftsleistung und bremsen eine Erholung aus. Mittelfristig schränken sie das Produktionspotenzial deutlich ein, wenn es beim Krankenstand zu keiner Normalisierung kommt“, sagt Dr. Claus Michelsen, Chefvolkswirt des vfa. „Die Milliardenverluste in der Wirtschaft äußern sich auch in niedrigeren Steuern und Sozialbeiträgen, eine Belastung der ohnehin klammen Kassen in den öffentlichen Haushalten und der gesetzlichen Krankenversicherung.“
Telefonische Krankschreibung erklärt Anstieg nicht

Ein Teil des Anstiegs hängt vermutlich mit der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zusammen, die seit Anfang 2022 eine vollständigere Erfassung begünstigt. Die telefonische Krankschreibung erklärt den Sprung dagegen kaum: Die Möglichkeit existiert seit 2020 und war 2023 zeitweise unterbrochen – ohne dass der Krankenstand entsprechend sank; zudem betrifft sie vor allem Kurzzeiterkrankungen, die nur einen kleinen Teil der Fehltage ausmachen.

Die Analyse unterstreicht, dass Gesundheitsvorsorge und Prävention die wirtschaftlichen Schäden deutlich mindern können – etwa durch wirksame Impfungen wie gegen die saisonale Grippe, einen elektronischen Impfpass sowie bessere Diagnostik zur frühzeitigen Behandlung. Zudem könnten flexiblere Modelle für die Krankschreibung und den Wiedereinstieg dem hohen Krankenstand entgegenwirken.

Michelsen: „Prävention ist volkswirtschaftlich eine der renditestärksten Investitionen: Jeder vermiedene Krankheitstag stabilisiert Produktion und Beschäftigung – und entlastet gleichzeitig die öffentlichen Haushalte und das Gesundheitssystem.“

Die gesamte Auswertung lesen Sie in der neuesten Ausgabe des MacroScope Pharma Economic Policy Briefs: https://www.vfa.de/de/wirtschaft-standort/arbeit-soziales/macroscope-hoher-krankenstand

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA), Henrik Jeimke-Karge, Pressesprecher(in) Wirtschaftspolitik, Charlottenstr. 59, 10117 Berlin, Telefon: 030 206040

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