Pressemitteilung | Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW)

Ich-AG schafft kaum Anreize für Gründungswelle / Sozialhilfe oft attraktiver

(Köln) - Die im Zuge der Hartz-Reform neu geschaffene Ich-AG dürfte kaum die von der Regierung erhoffte “Gründerwelle” unter Arbeitslosen auslösen. Wenn der Ich-Unternehmer die vollen Sozialversicherungsbeiträge abführen muss, bleiben ihm von den maximal förderfähigen Einnahmen von jährlich 25.000 Euro schon im zweiten Jahr nur noch 18.820 Euro – kaum mehr als das, was eine vierköpfige Familie pro Jahr an Sozialhilfeleistungen bezieht. Zudem sind Einnahmen von 25.000 Euro nur bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 15,22 Euro zu erzielen.

Für Geringqualifizierte, denen die Ich-AG eine Chance bieten soll, erscheint dieser Satz wenig realistisch. Bei einem für gering qualifizierte Tätigkeiten üblichen Stundenlohn von 8 Euro beträgt das jährliche Einkommen inklusive Förderung im dritten Jahr gerade mal 10.524 Euro und liegt damit z.B. deutlich unter den Sozialhilfeleistungen, die ein Alleinerziehender mit einem Kind ohne jegliche Arbeit erhält. Ein ähnliches Problem stellt sich auch für die Mini-Jobber. Zwar müssen die geringfügig Beschäftigten künftig weniger in die Sozialkassen einzahlen als bisher. Für diejenigen, die voll von einem Mini-Job leben müssen, ist es aber immer noch attraktiver, Sozialhilfe zu beziehen.

Quelle und Kontaktadresse:
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) Gustav-Heinemann-Ufer 84-88 50968 Köln Telefon: 0221/49811 Telefax: 0221/4981592

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