Pressemitteilung | Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU)

IG BAU fördert betriebliches Standbein der Altersvorsorge: Bau-Rente noch nicht flächendeckend, aber im Vormarsch

(Wiesbaden) - Auf die Notwendigkeit der Zusatz-Vorsorge für ein einigermaßen auskömmliches Einkommen im Alter hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt hingewiesen. Auf einer Tagung zur betrieblichen Altersvorsorge der SOKA-Bau (Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes) in Wiesbaden sagte IG BAU-Vorstandsmitglied Frank Wynands: "Werden die Vorschläge der Rürup-Kommission Wirklichkeit, dann muss der Durchschnittsarbeitnehmer 34 Jahre lang Beiträge einzahlen, nur um eine Rente auf Sozialhilfeniveau zu erreichen." Bauarbeiter haben heute schon eine um rund 100 Euro niedrigere Durchschnittsrente als andere gewerbliche Arbeitnehmer: In dieser Berufsgruppe summieren sich häufige und lange Arbeitslosenzeiten mit unterdurchschnittlichen Bruttojahreseinkommen zu einer "Altersarmutsfalle".

Die IG BAU habe deshalb schon vor Jahren eine tarifpolitische Strategie für die Tarifliche Zusatzrente eingeschlagen und als erste Gewerkschaft im Juni 2001 einen solchen Tarifvertrag für das Bauhauptgewerbe (West) abgeschlossen. Dutzende Branchen sind seitdem gefolgt und bilden das Fundament für eine weitere starke Säule der Altersvorsorge: die Betriebsrente in all ihren Durchführungswegen.

Die Bau-Rente habe sich, so Wynands, wie die anderen Tarifrenten-Verträge mittlerweile als Königsweg für die zusätzliche Altersvorsorge erwiesen. Die SOKA-Bau, Deutschlands größte Pensionskasse gemessen an der Zahl ihrer 1,1 Millionen Versicherten, sei ein starker Partner für die Gewerkschaft. Mittlerweile hätte jeder vierte Arbeitnehmer in den 2.600 Baubetrieben, die sich für SOKA-Bau entschieden haben, einen "Riester"- bzw. "Eichel"-Vertrag unterschrieben. Das "Experiment der Freiwilligkeit" beim Aufbau der eigenen Altersvorsorge drohe aber angesichts der schlechten wirtschaftlichen Situation und der sich abzeichnenden zusätzlichen Belastungen wie Krankengeld und Zahnersatz zu scheitern.

IG BAU-Vorstand Wynands sprach sich daher für eine weitere Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge durch allgemeinverbindliche Tarifverträge aus: "Die nötige Schubkraft kommt nicht aus privaten Riester-Verträgen bei Banken und Versicherungen, sondern aus dem zusätzlichen Ertrag, den tarifliche Modelle mit einem starken Arbeitgeberbeitrag auf die Sparleistung des Arbeitnehmers obendrauf erwirtschaften", erklärte er.

Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt Bundesvorstand (IG BAU) Olof-Palme-Str. 19, 60439 Frankfurt Telefon: 069/95737-0, Telefax: 069/95737800

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