Pressemitteilung | Der Paritätische Wohlfahrtsverband - Landesverband Thüringen e.V.
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Im Kampf gegen Kinderarmut nicht verzetteln

(Neudietendorf) - Der PARITÄTISCHE Thüringen begrüßt die angekündigten Anstrengungen der Bundesregierung gegen die Kinderarmut in Deutschland. Damit macht sich die Koalition auf den Weg die Punkte umzusetzen, die sie bereits im Koalitionsvertrag beschlossen hat. Die Diskussion über den Kinderzuschlag ist richtig, darf allerdings nicht dazu führen, lediglich Statistiken zu schönen. Die aktuelle Diskussion berücksichtigt noch nicht die rund zwei Millionen Kinder, die im HARTZ IV-Bezug leben und wenig Möglichkeiten auf Chancengleichheit und Teilhabe haben.

Nicht nur in der Schule, auch in tausenden Thüringer Familien beginnt in der kommenden Woche (20./26. August 2007) wieder das große Rechnen. Denn wie man es dreht und wendet: Im Regelsatz von HARTZ IV sind für Ausgaben wie Musikinstrumente, Freizeitgeräte, Schreibwaren und Zeichenmaterial, Zoobesuch, Schwimmbad oder Kino pro Monat keine neun Euro vorgesehen. Dies hat der PARITÄTISCHE Gesamtverband bereits im Jahr 2004 vorgerechnet, passiert ist wenig.

Die aktuelle Diskussion den Kreis der Berechtigten auszuweiten, die den Kinderzuschlag von 140 Euro im Monat erhalten, berücksichtigt nicht die Gruppe der rund zwei Millionen Kinder in Deutschland, die von HARTZ IV leben, sondern diejenigen, die in Familien leben, in der ein Elternteil Arbeit hat. Der Kinderzuschlag war im Jahr 2005 eingeführt worden, um ein Abrutschen von Familien in den HARTZ IV-Bezug zu vermeiden. Dies hatte gleichzeitig den Effekt, die HARTZ IV-Statistik nicht zu stark steigen zu lassen.

Stefan Werner, im PARITÄTISCHEN verantwortlich für das Thema Kinderarmut, hofft dass die aktuelle Diskussion nicht lediglich das Sommerloch füllen soll: „Der Regelungsdschungel ist für Familien kaum noch überschaubar. Viele Familien wissen überhaupt nicht, dass sie berechtigt sind, einen Kinderzuschlag zu beantragen. Und vor die Gewährung hat die Bürokratie komplizierte Antragsformulare gesetzt.“

Stefan Werner fordert die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker auf, noch stärker von den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen aus zu denken: „Fakt ist, dass in einem Land in dem es ohnehin immer weniger Kinder gibt, immer mehr an den Rand der Gesellschaft gedrückt werden. Es muss gar nicht in jedem Fall mehr Bargeld fließen. Genauso wichtig ist es, dass der Weg fortgesetzt wird, die Rahmenbedingungen für Familien zu verbessern.“ Als Beispiel nennt Werner Kinderbetreuungsangebote in ausreichender und bezahlbarer Form oder Möglichkeiten zu schaffen, dass auch Kinder aus armen Familien sportliche, kulturelle oder musikalische Aktivitäten in Anspruch nehmen können, ohne dass dies mit Geldzahlungen an die Familien verbunden sein muss.

Quelle und Kontaktadresse:
Der Paritätische Wohlfahrtsverband Landesverband Thüringen Christian Stadali, Referent, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Bergstr. 11, 99192 Neudietendorf Telefon: (036202) 260, Telefax: (036202) 26234

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