Immer mehr Non-Profit-Organisationen legen ihre Zahlen offen
(Frankfurt am Main) - Immer mehr gemeinnützige Organisationen machen ihre Jahresergebnisse öffentlich und immer häufiger auch im Internet abrufbar. Dies hat der Deutsche Fundraising Verband, die Berufsorganisation der im Spendenwesen Tätigen, bei der Veröffentlichung einer Spendenbilanz ausgewählter Organisationen 2002 bis 2005 am Mittwoch in Frankfurt am Main festgestellt. Allerdings ließen die Organisationen ihre Förderer und die Öffentlichkeit bei der Interpretation der Zahlen oft alleine, bemängelte die Leiterin der Fachgruppe Spendenmarkt Dr. Edeltraud Priddat.
Gerade die Spendenbilanz des vergangenen Jahres sei sehr interpretationsbedürftig, so Priddat. Dank der Einnahmen aus Spenden zu Gunsten der Opfer der Tsunami-Katastrophe vom Jahresende 2004 hätten alle Organisationen, die im Katastrophengebiet Hilfe leisteten, enorme Zuwächse an Spendeneinnahmen erzielt, die so in den kommenden Jahren sicherlich nicht wiederholbar seien. Bei der Diakonie Katastrophenhilfe gab es eine Steigerung gegenüber 2004 um 370 Prozentpunkte, bei Oxfam Deutschland um 301, beim Deutschen Roten Kreuz um 272 und beim Deutschen Caritas Verband - Caritas international um 222 Prozentpunkte. Umweltorganisationen dagegen, deren Vorsorge gegen Klimakatastrophen langfristig ist, verzeichneten fast durchgehend leichte Rückgänge oder zumindest nur geringe Zuwächse. Generell sei allerdings zu beobachten, dass die Tsunami-Spenden nicht zu Lasten anderer Spenden gegangen sondern zusätzlich erfolgt seien.
Seit 1996 hält der Deutsche Fundraising Verband alljährlich das Beitrags-, Spenden- und Erbschaftsaufkommen von 50 ausgewählten deutschen NPOs fest, darunter jeweils das der größten, aber auch einiger kleinerer Organisationen. Die Zahlen liegen stets erst im Herbst des Folgejahres vor, weil die Bestätigung der Jahresrechnungen durch Wirtschafts- und Rechnungsprüfer der Organisationen einige Zeit beansprucht.
Die zehn Organisationen mit dem höchsten Spendenaufkommen in Deutschland waren 2005:
1. Deutsches Komitee für UNICEF e.V., Köln - 182.789.958*
2. Deutsches Rotes Kreuz, Bundesverband, Berlin - 175.807.539**
3. Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V., München - 137.475.407
4. Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Bundesverband, Berlin - 83.600.000
5. Deutscher Caritasverband e.V., Caritas international, Freiburg - 76.801.478***
6. Päpstliches Missionswerk der Kinder in Deutschland e.V., Aachen - 71.800.000
7. Deutsche Welthungerhilfe e.V., Bonn - 71.444.069
8. Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V., Aachen - 68.800.538****
9. Ärzte ohne Grenzen e.V., Berlin - 67.611.886*****
10. Kindernothilfe e.V., Duisburg - 65.886.706******
(Beitrags-, Spenden- und Erbschaftsaufkommen 2005 gesamt in Euro)
*Davon sind etwa 91,4 Mio. Euro Tsunamihilfen. Ebenso enthalten ist der Spendenanteil von 7 Prozent an den verkauften Grußkarten.
**Nur DRK-Bundesverband. Mitgliedsbeiträge und Erbschaften fallen weitgehend bei den regionalen, rechtlich selbstständigen Rotkreuzverbänden an und sind hier nicht erfasst.
*** Davon entfielen 49,7 Mio. Euro auf die Hilfen nach dem Seebeben in Südasien.
**** Einschließlich Bußgelder sowie Einnahmen aus Sonderkollekte Tsunami in Höhe von 7,3 Millionen Euro.
***** Davon wurden 29.297 TEUR anlässlich des Seebebens in Südostasien gespendet.
****** Die darin enthaltenen Spenden für Katastrophenhilfe betragen 20,3 Millionen Euro (Vorjahr: 3,1 Millionen Euro).
Die komplette Spendenbilanz ausgewählter Organisationen 2002-2005 finden Sie unter www.fundraisingverband.de
Quelle und Kontaktadresse:
DDV Deutscher Direktmarketing Verband e.V.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Pia Preuß
Hasengartenstr. 14, 65189 Wiesbaden
Telefon: (0611) 1338948-14, Telefax: (0611) 97793-99
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