Pressemitteilung | Deutscher Mieterbund - Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Immobilienpoker setzt sich fort

(Kiel) - Einer Nachricht von „Spiegel-Online“ zufolge ist die Kieler Wohnungsbaugesellschaft nunmehr zum dritten Male verkauft worden. Danach hat der US-Finanzinvestor Blackstone eine Mehrheit seines deutschen Immobilienbesitzes an ein Konsortium um die Investoren Round Hill Capital und Morley Fund Management veräußert, das dem britischen Versicherer Aviva gehört. Dem Vernehmen nach soll die Mehrheitsbeteiligung für etwa 1,6 Milliarden Euro veräußert worden sein. Blackstone selber hatte das gesamte Paket für 1,4 Milliarden Euro erworden, mithin für die Mehrheitsbeteiligung einen Gewinn von 200 Millionen Euro erwirtschaftet zzgl. der bei Blackstone verbliebenen Minderheitsbeteiligung.

Kieler Mieterverein bzw. Landesverband üben scharfe Kritik an diesem neuerlichen Geschäft. Schon jetzt mache sich bemerkbar, dass die Auseinandersetzungen mit der Kieler Wohnungsbaugesellschaft deutlich zugenommen haben. Dabei spielten Mängel des Mietobjektes eine wesentliche Rolle. Der Kieler Mieterverein sieht seine Befürchtung erhärtet, dass die neuen Eigentümer der KWG zusätzlichen Gewinn aus der Tatsache ziehen, dass Instandhaltung und Instandsetzung des Wohnungsbestandes auf das Notwendigste beschränkt werden. Mit jedem Gewinnabfluss verschärft sich nach Auffassung des Kieler Mietervereins die Situation für die KWG-Mieter, da zusätzliche Rendite nur über die Miethöhe, über die Betriebskosten und über Vernachlässigung der Instandsetzung zu erzielen ist.

„Schlimmer hätte es nicht kommen können“ hat der Mietervereins-Vorsitzende Jochen Kiersch gesagt, als Norbert Gansel 1999 den Verkauf der KWG an die WCM AG verkündet hat. Schon damals hat der Kieler Mieterverein darauf hingewiesen, dass die negativen Folgen dieses Geschäftes sich erst langfristig zeigen werden. Nunmehr werden diese Folgen von Tag zu Tag schärfer sichtbar. „Es macht keinen Spaß Recht zu behalten“ so der Mietervereins-Vorsitzende.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung fordert der Kieler Mieterverein die Landeshauptstadt auf, zusätzliche Anstrengungen zu unternehmen, um preiswerten Wohnraum bereit zu stellen, am besten über die Neugründung und den langsamen Wiederaufbau einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Mieterbund - Landesverband Schleswig-Holstein e.V. Pressestelle Eggerstedtstr. 1, 24103 Kiel Telefon: (0431) 979190, Telefax: (0431) 9791931

(el)

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