Pressemitteilung | VIK - Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V.
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Industrie und Politik diskutieren Midstreamer-Modelle für einen funktionierenden Wasserstoffmarkt

(Berlin) – Wie lässt sich der Wasserstoffhochlauf in Deutschland wirtschaftlich tragfähig und marktorientiert gestalten? Diese Frage stand im Zentrum des Round Tables „Vom Konzept zur Umsetzung: Midstreamer-Modelle für einen funktionsfähigen Wasserstoffmarkt“, den der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e. V. (VIK) am 4. Februar 2026 in Berlin durchgeführt hat. Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, bestehenden Midstreamer-Strukturen, den Bundesministerien für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und für Wirtschaft und Energie sowie aus dem parlamentarischen Raum kamen zusammen, um über konkrete Umsetzungsoptionen für Midstreamer-Modelle zu diskutieren.

Ausgangspunkt der Diskussion war das vom VIK entwickelte Midstreamer-Konzept, das Wasserstoff-Midstreamer als zentrales Förder- und Absicherungsinstrument für den Hochlauf des Wasserstoffmarktes vorsieht. Ziel des Round Tables war es, die unterschiedlichen Perspektiven von Produktions- und Abnehmerseite zusammenzuführen, praktische Erfahrungen bestehender Akteure einzubeziehen und den Dialog mit der Politik zu vertiefen.

„Der Wasserstoffhochlauf scheitert derzeit weniger an fehlenden Zielen als an fehlenden tragfähigen Marktstrukturen“, sagte Christian Seyfert, Hauptgeschäftsführer des VIK. „Die Diskussion hat gezeigt, dass es einen breiten Konsens darüber gibt, dass Angebot und Nachfrage stärker zusammengeführt und Risiken besser abgesichert werden müssen. Midstreamer-Modelle können hier einen zentralen Beitrag leisten – vorausgesetzt, sie werden politisch klar verankert und praxisnah ausgestaltet.“

In Impulsen und der anschließenden Diskussion wurden Anforderungen an Preisstabilität, Planungssicherheit, Vertragslaufzeiten und Förderarchitektur ebenso thematisiert wie Fragen der Technologieoffenheit und der Einbettung in bestehende Instrumente.

Marcel Zok (thyssenkrupp Steel Europe AG) betont: „Die energieintensive Industrie steht unter massivem Druck: schwache Konjunktur, billige Importe, steigender Importdruck und hohe Energiepreise belasten die Wettbewerbsfähigkeit. Für neue H₂ Erzeugungsprojekte braucht es verlässliche Abnehmer – ein Midstreamer oder Intermediär kann mit staatlich abgesicherten Garantien genau diese Glaubwürdigkeit schaffen und den H₂ ramp-up in Deutschland ermöglichen.“
Am Vormittag wurde deutlich, dass bestehende Förderprogramme zwar wichtige Impulse gesetzt haben, in ihrer heutigen Ausgestaltung jedoch häufig fragmentiert sind, zeitlich begrenzt wirken und Angebot und Nachfrage nicht ausreichend zusammenführen. Viele Teilnehmende betonten, dass fehlende Preis-, Mengen- und Planungssicherheit Investitionsentscheidungen auf Produktions- wie auf Abnehmerseite erheblich erschwert. Der zentrale, intermediäre Ansatz wurde daher als geeigneter Weg gesehen, um Risiken zu bündeln, Fördermittel effizienter einzusetzen und den Wasserstoffhochlauf in die Breite zu tragen.

Unsere Gäste aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) teilen die Ansicht, dass die bestehenden Instrumente bislang nicht ausreichen, um den Hochlauf in die Breite zu tragen, und ließen durchblicken, dass zentrale Richtungsentscheidungen zur Weiterentwicklung der Förderarchitektur noch ausstehen. Das BMWE bekräftigte dabei seinen Anspruch, eine aktive Rolle im Wasserstoffhochlauf einzunehmen und bis zum Sommer über geeignete Instrumente zu entscheiden.

Insgesamt war der Austausch von einer gemeinsamen Einschätzung geprägt, wie Christian Seyfert abschließend zusammenfasste:
„Jetzt kommt es darauf an, aus Konzepten konkrete Umsetzungsmodelle zu entwickeln“, so Seyfert. „Der Wasserstoffhochlauf braucht eine neue Stufe der Förder- und Marktarchitektur. Der gestrige Austausch hat gezeigt, dass Industrie und Verwaltung bereit sind, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Die politischen Entscheidungen, die dafür die Grundlage bilden, müssen nun dringend getroffen werden.“

Der VIK betrachtet den Round Table als Auftakt für einen vertieften Dialog über die Zukunft des Wasserstoffhochlaufs.

Quelle und Kontaktadresse:
VIK - Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V., Matthias Nuyken, Pressesprecher(in), Leipziger Platz 10, 10117 Berlin, Telefon: 030 2124920

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