Pressemitteilung | ZVEI e.V. - Verband der Elektro- und Digitalindustrie

Industrie und Politik sind einig: "Verkehrstelematik im Vormarsch"

(Berlin) – Von einem enormen technologischen und wirtschaftlichen Potenzial sprach Prof. Dr. Edward G. Krubasik, Vizepräsident des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) e. V. beim 1. Deutschen Telematikforum. Bundesverkehrsminister Dr. Manfred Stolpe, Schirmherr der Veranstaltung, bestätigte vor über 200 Vertretern von Industrie, Wissenschaft und Politik die Auffassung, dass die Telematik vor dem Durchbruch stehe.

So stelle die Bundesregierung allein für den Aufbau weiterer moderner Anlagen zur Verkehrsbeeinflussung auf Bundesautobahnen bis 2007 insgesamt 200 Millionen Euro zur Verfügung. Die Erfahrung zeige, dass solche Beeinflussungsanlagen die Unfälle auf Bundesautobahnen um 20 bis 30 Prozent reduzieren.

Der Bayerische Verkehrsminister Dr. Otto Wiesheu betonte den hohen Entwicklungsstand der Telematik in Deutschland und forderte eine verstärkte Kooperation aller Stakeholder: „Letztlich sind für den erfolgreichen Einsatz der Telematik zur Lösung bestehender Verkehrsengpässe konzertierte Aktionen zwischen den einzelnen Akteuren notwendig. Dieses Telematikforum trägt dazu bei, die Bereitschaft zur Kooperation zu aktivieren und zu fördern.“

Krubasik: „Telematik erlaubt, die knappen Infrastruktur-Kapazitäten effektiver zu nutzen und steigert die Effizienz der einzelnen Verkehrsträger. Höhere Verkehrssicherheit und Komfort sowie zugleich Umweltschonung werden durch Verkehrstelematik erreicht“. Um ihr zum Durchbruch zu verhelfen, seien jetzt jedoch entscheidende Schritte nötig: Die vielfältigen Erfassungssysteme von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft – von Verkehrsträgern über Autohersteller bis zu Telekomanbietern – seien technisch und inhaltlich zu harmonisieren, ebenso Übertragungswege und Endgeräte. „Aktuelle Verkehrsdaten sind der Rohstoff und nutzerfreundliche, standardisierte Endgeräte die Basis für wirtschaftlichen Erfolg der Telematik-Dienstleister. Dazu muss die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Verantwortungsträgern und Privatwirtschaft verbessert werden,“ forderte Krubasik. Weiter: „Nur über Steigerung des Kundennutzens, über standardisierte Übertragungswege und offene, kostengünstige Plattformen ist die Massenmarktdurchdringung möglich.“
Schon heute schätzen Experten das weltweite Marktvolumen auf rund 18 Milliarden Euro für Telematik im Straßen- und Schienenverkehr. Bis 2005 wird ein jährliches Wachstum von 7,6 Prozent und ein Gesamtvolumen von 24 Mio. Euro erwartet.

ZVEI-Vizepräsident Krubasik begrüßte die gemeinsame Initiative von Deutschland und Frankreich für mehr Wachstum in Europa. Nicht nur neue Hochgeschwindigkeitszüge, sondern auch verstärkte Automatisierung aller Teile des Bahnnetzes – d. h. Telematik – schaffen die moderne europäische Bahninfrastruktur. Dies fördert das Wachstum in dieser Industrie aber auch in allen anderen Wirtschaftsstrukturen. Im EU-Projekt Transport und Verkehr werde die Verknüpfung des deutschen und französischen Hochgeschwindigkeits-Bahnnetzes auch durch Einsatz moderner Signal- und Sicherungstechnik ETCS (European Train Control Systems) voran gebracht. Weiterhin stehe der Aufbau des gemeinsamen Satellitensystems Galileo sowie die Verkehrstelematik mit hoher Priorität auf der Agenda.

Der jährliche Zuwachs der Telematik auf der Straße ist mit zehn Prozent deutlich größer als auf der Schiene mit 4,5 Prozent. Angesichts zunehmender Mobilität von Personen und Gütern mit Wachstumsraten über 40 Prozent binnen fünfzehn Jahren zum Beispiel beim Personenverkehr, sei das zu wenig. Der ZVEI-Vizepräsident forderte, dieses Wachstum mit neuen Technologien, innovativen Anwendungen und modernen Finanzierungsmodellen zu beschleunigen. Die Industrie setze dabei auf Private Public Partnership-Modelle entsprechend der vom ZVEI formulierten 'Verkehrspolitischen Grundsätze'. „Hier ist eine typische Win-Win-Situation gegeben, die allen Beteiligten profitable Geschäftsmodelle erlaubt“, so der ZVEI-Vizepräsident Krubasik.

Einen hervorragenden Anlass, den Telematik-Nutzen unter Beweis zu stellen, biete die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Die hohe Aufgeschlossenheit aller Beteiligten stimme zuversichtlich, dass zur Fußball-WM der letzte technische Stand von Telematiksystemen eingesetzt wird. Aktuelle Verkehrsinformationen werden von allen Austragungsorten und auf den Verbindungswegen zwischen diesen Städten – eventuell sogar über ein privat betriebenes Portal – für die Stadionbesucher zugänglich sein. „Die WM wird eine Signalwirkung für nachhaltige Telematikanwendung und tragfähige Geschäftsmodelle haben“, erwartet Krubasik.

„Der ZVEI wird die Zusammenarbeit mit den öffentlichen Stellen weiterhin intensivieren, um Telematiklösungen zum Durchbruch zu verhelfen“, so Krubasik. Im ZVEI seien alle wesentlichen Glieder der Wertschöpfungskette für Verkehrstelematik abgebildet. Sie umfassen Content und Service Provider, Geräteindustrie, Hersteller von Verkehrssignalanlagen sowie Bahn-Herstellern. Die Zusammenarbeit mit den Ingenieurbüros und Kartenherstellern werde ebenso intensiviert.

Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI) Stresemannallee 19, 60596 Frankfurt Telefon: 069/63020, Telefax: 069/6302317

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