Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin eröffnet / VCD kritisiert Arbeitsplatzversprechen in der Luftfahrt: Flugverkehr ist kein nachhaltiger Jobmotor
(Berlin) - Anlässlich der heutigen (16. Mai 2006) Eröffnung der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin kritisiert der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) unseriöse Arbeitsplatzprognosen im Flugverkehr.
Flugverkehrswirtschaft und Politik überbieten sich mit Jobversprechen, wenn es beispielsweise darum geht, den Ausbau der Flughäfen Frankfurt am Main oder Berlin-Brandenburg International zu begründen. Doch wer genauer hinschaut, stellt fest, dass die positiven Jobeffekte auf verkürzten Analysen beruhen, erklärt Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender. Jeder neue Arbeitsplatz, der rund um den Flugbetrieb entsteht, wird bereitwillig aufsummiert. Doch wenn durch den Ausbau von Flughäfen oder die Subvention der Flugunternehmen an anderer Stelle Jobs wegfallen, fließt das nicht in die Wirtschaftsbilanz ein.
So würden beispielsweise gewerbliche Unternehmen aus umliegenden Regionen samt ihrer Arbeitsplätze häufig in die Nähe von Flughäfen umsiedeln, weil sie dort eine gut ausbaute Infrastruktur angeboten bekämen. Eklatant sei die Auswirkung außerdem im Tourismus. Gehrmann: Wenn durch gute und preisgünstige Flugverbindungen der Trend zum Kurzurlaub im Ausland verstärkt wird, kostet das Arbeitsplätze in hiesigen Urlaubsregionen. Schließlich können die Menschen jeden Euro nur einmal ausgeben. Nicht zuletzt seien es häufig gering qualifizierte Jobs auf 400 Euro-Basis, die rund um den Flugverkehr entstünden. Flugverkehr ist damit alles andere als ein nachhaltiger Jobmotor, stellt Gehrmann fest.
Der VCD kritisiert darüber hinaus, dass die hohen staatlichen Beihilfen und Subventionen der Branche in den euphorischen Wachstumsprognosen ungenannt bleiben. Kein anderer Verkehrsbereich profitiere von derart hohen Vergünstigungen, die durch die Steuerbefreiung für Kerosin, Mehrwertsteuerbefreiung auf internationalen Flügen und Zuschüsse für Regionalflughäfen zustande kämen. Auch für die technische Entwicklung neuer Flugzeugtypen wie den auf der ILA gefeierten Airbus A 380 flössen staatliche Beihilfen in Milliardenhöhe. Gleichzeitig würden die hohen ökologischen Folgekosten des Flugverkehrs der Allgemeinheit angelastet.
Ulrich Kohnen, Flugverkehrsexperte des VCD: Hier wird ein Wirtschaftszweig einseitig gefördert, der überproportional zum Klimawandel beiträgt und die Gesundheit der Menschen durch Lärmbelastungen schädigt. Wenn die Bundesregierung nachhaltiges Wirtschaftswachstum will, muss sie zuallererst die Subventionen im Flugverkehr abbauen und für mehr Kostengerechtigkeit im Verkehrssektor sorgen.
Quelle und Kontaktadresse:
Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), Bundesverband
Daniel Kluge, Pressesprecher
Kochstr. 27, 10969 Berlin
Telefon: (030) 2803510, Telefax: (030) 28035110
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